Neugeborene haben öfters mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Wie können Eltern erkennen, ob eine Milchzuckerunverträglichkeit oder Magen-Darm-Infektion hinter den Beschwerden ihres Säuglings steckt? Viele Mütter und Väter fragen sich bei Baby-Bauchschmerzen: Was tun? Kinderärztin Dr. Med. Nadine McGowan beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Wenn Babys Bauchschmerzen haben, sind Eltern manchmal ratlos und wissen nicht, welche Ursachen hinter dem Bauchweh stecken Foto: iStock/Prostock-Studio
Kürzlich wurde mir eine kleine Patientin vorgestellt, die besonders stark unter Bauchweh in den ersten Lebensmonaten litt. Die Tage vor der Konsultation bei mir hatte sie ausdauernd stundenlang am Tag geschrien, oft die Beinchen angezogen und viel, viel Luft yên ổn Bauch. Die Mutter war ratlos und fragte mich bei diesen Baby-Bauchschmerzen: Was kann man tun, damit die Beschwerden wieder weggehen?


Die Mama des Neugeborenen hatte schon alles Mögliche versucht, um bei ihrem Baby das Bauchweh zu lindern: Sie ließ es bei den Stillmahlzeiten auch zwischendurch ein Bäuerchen machen, damit die Luft gar nicht erst in den Darm gelangen kann. Sie hatte auf ihre eigene Ernährung geachtet, keine blähende Lebensmittel gegessen und entblähende Tropfen zu den Mahlzeiten gegeben.

Auch ein Kirschkernkissen kam angewärmt oft zum Einsatz. Darmflora-aufbauende Kapseln hatte die Hebamme schon vor Wochen aufgeschrieben und diese wurden seitdem auch täglich verabreicht. All das hatte bei den Bauchschmerzen des Babys jedoch nicht geholfen. Die Folge des ganzen Stresses war, dass die betroffene Mutter kaum noch Muttermilch hatte und mit den Nerven am Rande der Belastungsgrenze war – verständlicherweise.


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Bauchkrämpfe kennen Babys, lange bevor sie sprechen können. Wodurch entsteht das Grummeln yên ổn Bauch? Was hat die Darmflora damit zu tun?


Als Kinderärtin erstellte ich gemeinsam mit der Mutter einen Plan, damit das Bauchweh ihres Babys gelindert werden konnte:

Stillen nur soviel es geht

Stress bei der Fütterung des Babys vermeiden

alle weiteren Mahlzeiten nur als Flaschennahrung, zubereitet mit Fencheltee statt nur heißem Wasser

Kümmelzäpfchen, die wirklich gut bem Baby-Bauchweh helfen

Tipp: Für Säuglinge eignet sich auch besonders eine kümmelhaltige Creme, mit der Eltern gut das Bäuchlein massieren können – insofern die Baby-Bauchschmerzen nicht zu stark sind.


Bei der kleinen Patientin in meiner Praxis schaute ich zunächst, ob yên ổn Bauch etwas nicht in Ordnung sein könnte. Die Darmgeräusche waren normal – weder vermehrt, noch seltsam klingend. Der Bauch war gebläht, man sah es schon so mit bloßem Auge, aber bei der Perkussion (Abklopfen des Bauches) hörte es sich ganz deutlich hohl an – also war viel Luft vorhanden.

Das Abtasten ergab keinen auffälligen Befund, der Bauch war weich und nicht schmerzhaft, die Organe nicht vergrößert, die Darmschlingen „quatschten“ auch nicht unter den Fingern (dieses Phänomen kommt bei Durchfall oft vor). Die Hautfarbe des gerade einen Monat alten Mädchens war rosig und der Puls in der Leiste kräftig.


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Wir machten eine Blutentnahme, um eine Milchzuckerunverträglichkeit auszuschließen. Ich hielt eine Laktoseinoleranz zwar für eher unwahrscheinlich, wollte aber lieber auf Nummer sicher gehen. Ich gab der Mutter ein Röhrchen für eine Stuhlprobe mit nach Hause, um nach Auswertung der Probe ausschließen zu können, dass eine Magen-Darm-Infektion vorlag, auch wenn sonst nicht viel dafür sprach.

In einem Bauchultraschall, das einige Tage zuvor schon stattgefunden hatte, war viel Luft yên Darm zu sehen, sonst keine weiteren Auffälligkeiten. Domain authority der Bauch in der klinischen Untersuchung ohne pathologischen (krankhaften) Befund war, verzichtete ich auf einen erneuten Ultraschall.


Wir vereinbarten einen Wiedervorstellungstermin in vier Tagen und die Mama ging etwas beruhigter nach Hause. Zum einen wusste sie, dass akut nichts Schlimmes vorlag und zum anderen hatte ich ihr erzählt, wie viele Kinder in den ersten Monaten an diesen Problemen leiden. Es muss auch gar nicht immer der Bauch die Ursache sein, viele Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass hinter dem vielen Schreien primär eine Regulationsstörung steckt: Die Kinder können sich nicht von allein beruhigen. Durch das viele Schreien und Verschlucken von Luft kommt es dann sekundär zu Baby-Bauchweh.

Ich dachte, für heute sei der Fall erledigt. War er aber leider nicht. Kurz darauf rief die Mama in der Praxis an, die Tochter habe wieder ausdauernd geweint und nun habe sie beim Wickeln plötzlich eine Auffälligkeit entdeckt, die eben in der Praxis definitiv noch nicht domain authority war. Das Kind hatte nun einen dicken, verschieblichen Knubbel in der rechten Leiste. „Oh-oh...“, dachte ich nur und bat die Mutter wieder in die Praxis zu kommen. Ich vermutete einen Leistenbruch durch das viele Weinen.


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Viele Säuglinge weinen nach der Still- oder Flaschenmahlzeit, überstrecken sich und spucken mehr als andere. Was steckt dahinter?


Als ich die Kleine in meiner Kinderarzt-Praxis wiedersah, war die Schwellung in der Tat noch da. Es war ein kleiner, harter Knubbel zu tasten, der vorsichtig in den Leistenkanal zurückgeschoben werden konnte und weder sicht- noch tastbar war. Mir blieb nichts anderes übrig, als Mama und Kind in die Kinderklinik zu schicken, denn die Verdachtsdiagnose eines Leistenbruchs hatte sich erhärtet.

Der Leistenkanal ist kurz nach der Geburt oft noch nicht ganz verschlossen. Kommt es zu anhaltend hohem Druck im Bauch – wie bei ausdauerndem Schreien – kann sich der Darm in den Leistenkanal schieben. So entsteht der Leistenbruch. Domain authority der Darm einklemmen kann, sollte ein Leistenbruch rasch behandelt werden. In der Klinik bestätigte sich mein Verdacht leider und die kleine Patientin wurde am Folgetag operiert. Sie hat alles gut überstanden, die Wunde ist verheilt und kaum noch sichtbar.

Ich kann Eltern aber Entwarnung geben: Die meisten Kinder, die unter Bauchweh in den ersten Lebensmonaten leiden, entwickeln keinen Leistenbruch! Es ist aber eine mögliche Komplikation. Wenn Sie also bei Ihrem Kind plötzlich eine Verhärtung in der Leiste tasten oder sie einen Knubbel sehen, der vorher nicht domain authority war, könnte es sich um einen Leistenbruch handeln.

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Starke Baby-Bauchschmerzen können aber auch von der sogenannten Dreimonatskolik kommen – wenden Sie sich daher bei unklarem Baby-Bauchweh vertrauensvoll an Ihre:n Kinderärzt:in.