Rheuma gilt als Volkskrankheit. Doch eigentlich ist Rheuma keine eigenständige Erkrankung. Viele meinen mit der Bezeichnung die Krankheit "Rheumatoide Arthritis", aber diese Gleichsetzung ist genau genommen falsch. Denn unter dem Begriff Rheuma sammeln sich viele verschiedene Erkrankungen.

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Aufgrund der vielen Ausprägungen, die Rheuma haben kann, sprechen Ärzte oft vom sogenannten "Rheumatischen Formenkreis". Hier erfahren Sie, welche Erkrankungen zu Rheuma gehören, woran man Rheuma erkennt und welche Behandlungen es gibt.


Der Begriff "Rheuma" beschreibt eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, die hauptsächlich Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat verursachen. Die bekanntesten Beschwerden sind Gelenkschmerzen, weshalb mancher auch vom "Gelenkreißen" spricht.

Doch Rheuma umfasst nicht nur Krankheiten, die Gelenke oder Gelenkkapseln, sondern auch Knochen, Sehnen, Muskeln oder das Bindegewebe beeinträchtigen. Gefäßentzündungen zählen ebenfalls zum rheumatischen Formenkreis. Eine Rheuma-Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Viele Krankheiten verlaufen chronisch. Schwere Komplikationen drohen vor allem, wenn innere Organe betroffen sind, ein Beispiel ist Nierenversagen.


Welche rheumatischen Erkrankungen gibt es?

Rheuma umfasst hunderte einzelne Erkrankungen. Einige davon lassen sich unter Sammelbegriffen vereinen. Die verschiedenen Gefäßentzündungen vereint man beispielsweise unter dem Begriff "Vaskulitis". Je nach Ursache kann man das große Fachgebiet Rheuma in fünf Gruppen gliedern:


Entzündliche rheumatische Erkrankungen

Hierzu zählen Krankheiten, die auf entzündlichen Prozessen beruhen. In der Regel richtet sich dabei das Abwehrsystem gegen körpereigene Zellen. Mediziner sprechen deshalb von Autoimmunerkrankungen. Zu diesem Feld gehören unter anderem die wohl bekannteste Rheuma-Krankheit "Rheumatoide Arthritis", aber auch Bindegewebs- und Gefäßerkrankungen.

Autoimmunbedingte Gelenkentzündungen

Durch den Angriff der Abwehrzellen entzünden sich bei diesen Krankheiten vornehmlich die Gelenke. Sie schmerzen stark, sind oft geschwollen, warm und rot. Doch auch innere Organe können betroffen sein. Zu den autoimmunen Gelenkerkrankungen gehören:

SpondylarthritidenEnteropathische Arthritis (begleitend bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa)Juvenile idiopathische ArthritisOligoarthritis (2.-4. Lebensjahr, häufigste Form)Morbus Still (Systemische Arthritis, 2.-4. Lebensjahr)Polyarthritis (seronegativ: 6.-7. Lebensjahr, seropositiv: 9.-12. Lebensjahr)Juvenile Psoriasis-Arthritis (7.-10. Lebensjahr)Enthesitis-assoziierte Arthritis (Gelenkentzündungen mit Sehnenreizungen, 9.-12. Lebensjahr)Undifferenzierte Arthritis (passt sonst zu keiner der genannten Formen)

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Rheumatoide Arthritis Die Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist eine entzündliche Gelenkserkrankung, die schubweise verläuft. Mehr darüber lesen Sie hier!
Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)Bei den Kollagenosen richtet sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Bindegewebszellen. Domain authority sich überall yên ổn Körper Bindegewebe befindet, können sich solche Autoimmunerkrankungen prinzipiell in jedem Organ zeigen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Zu den bekannten Kollagenosen gehören:

Systemische Sklerose (Sklerodermie)Mischkollagenose (Sharp-Syndrom)

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Lupus erythematodes - was die Krankheit bedeutetLupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem sieht körpereigene Zellstrukturen fälschlicherweise als fremd an und greift sie an.
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Sjögren-SyndromDas Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die vor allem zu trockenen Augen und trockenem Mund führt. Lesen Sie mehr zum Sjögren-Syndrom!
VaskulitisDie Vaskulitis ist eine Gefäßentzündung. Sie entsteht, weil Abwehrzellen körpereigene Blutgefäße angreifen. Die Folge sind zum Teil schwere Schäden in den Organen, die durch die betroffenen Gefäße versorgt werden. Vaskulitis-Symptome sind dementsprechend vielfältig, domain authority sich Gefäße an jeder Stelle des Körpers entzünden können. Mediziner unterscheiden prinzipiell drei Vaskulitis-Typen:

Die Behçet-Krankheit nimmt eine besondere Rolle ein. Zwar befällt sie vornehmlich kleine Gefäße. Bei ihr kann sich aber anders als bei anderen Vaskulitiden prinzipiell jedes Gefäß entzünden - ungeachtet seiner Größe.


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Vaskulitis Als Vaskulitis bezeichnet man eine Gefäßentzündung. Lesen Sie hier mehr zum Thema Vaskulitis: Symptome, Ursachen, Diagnose, Therapie und Prognose!
SonderformenEine besondere khung von Rheuma ist das rheumatische Fieber. Auch hier richtet sich das Immunsystem gegen eigene Körperzellen - jedoch nur, wenn eine Infektion mit bestimmten Bakterien vorangegangen ist. Etwa zwei bis drei Wochen nach einem Streptokokken-Infekt entzünden sich Gelenke und die Haut. Besonders gefährlich wird es, wenn sich Herzmuskel, Herzbeutel und Herzklappen entzünden. Auch das Nervensystem kann betroffen sein.

Die Borreliose nimmt eine Sonderstellung ein. Sie entsteht ebenfalls durch eine Infektion mit Bakterien (Borrelien), die von Zecken übertragen werden. Dabei können Gelenkentzündungen entstehen, die sogenannte Lyme-Arthritis. Anders als etwa beim rheumatischen Fieber handelt es sich hier nicht um eine Autoimmunreaktion, sondern um eine direkte Entzündung durch die Erreger.


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Rheumatisches FieberDas rheumatische Fieber ist eine Autoimmunreaktion, die zu akuten Symptomen und gegebenenfalls zu Spätfolgen führt. Lesen Sie hier mehr!
Borreliose - was die Krankheit bedeutetBorreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu Infektionswegen, Symptomen und Behandlung der Borreliose

Verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen

Die bekannteste Verschleißerkrankung ist die Gelenkabnutzung, medizinisch Arthrose genannt. Sie tritt mit steigendem Alter häufiger auf. Die Arthrose kann jedes Gelenk treffen. Besonders oft nutzrn sind Knie- und Hüftgelenke ab. Zu Beginn helfen meist unterstützende Maßnahmen wie Gewichtsabnahme, Muskelaufbau sowie Schmerzmittel gegen die Beschwerden. Am Ende hilft oft nur ein Gelenkersatz.

Einige Experten zählen auch Sehnenscheidenentzündungen zu den Verschleiß-bedingten (degenerativen) rheumatischen Erkrankungen. In der Regel ruft eine bestimmte Überbeanspruchung, wie intensives Üben an einem Instrument, die Tendovaginitis hervor. Sie kann aber auch durch entzündliche Prozesse direkt entstehen, etwa bei der Rheumatoiden Arthritis.


ArthroseArthrose ist eine Gelenk-Erkrankung, bedingt durch Knorpel-Schädigung. Man spricht auch von Gelenk-Verschleiß. Lesen Sie hier mehr zur Arthrose.
SehnenscheidenentzündungEine Sehnenscheidenentzündung tritt oft an Händen und Unterarmen auf. Mehr zu Ursachen und Therapie lesen Sie hier.

Stoffwechselstörungen mit rheumatischen Beschwerden

Zu Rheuma zählen auch Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen. Sie verursachen hauptsächlich Schmerzen an den Gelenken.

Bei der Gicht haben Betroffene eine erhöhte Harnsäure-Konzentration lặng Blut. Die Harnsäure kann sich in Gelenken als Kristalle ablagern ("Ausfällungen") und starke Schmerzen verursachen. Besonders häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen. Die richtige Ernährung und bestimmte Medikamente helfen gegen hohe Harnsäurespiegel.

Die Hämochromatose ist eine Erbkrankheit. Aufgrund eines Gendefekts lagert sich zu viel Eisen in bestimmten Organen ab. Folgen sind eine Leberzirrhose, Diabetes, bronzene Haut und Gelenkschmerzen. Die Therapie der Wahl sind Aderlässe.

Darüber hinaus zählen manche Experten auch hormonelle Störungen zu Rheuma, etwa wenn Betroffene entsprechende Beschwerden haben wie Gelenk-, Knochen- oder Muskelschmerzen. Rheumatische Symptome gibt es beispielsweise bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) oder der Schilddrüse (Hyperthyreose). Auch zwischen der Zuckerkrankheit Diabetes und Rheuma scheint es Studien zufolge einen Zusammenhang zu geben.


GichtGicht verursacht oft starke Schmerzen in den Gelenken. Mit welcher Ernährung und welchem Lebensstil Sie Gichtattacken in den Griff kriegen, lesen Sie hier.
HämochromatoseBei der Hämochromatose besteht eine Eisenüberladung des Körpers. Herz- und Leberschäden sind mögliche Folgen. Lesen Sie mehr zur Hämochromatose!

Rheumatische Erkrankungen der Weichteile

Rheuma kann auch das "weiche" Körpergewebe betreffen. Dazu zählen vor allem die Muskeln und Sehnen. Aber Bänder, Schleimbeutel oder Fettgewebe können ebenfalls betroffen sein. Typische Erkrankungen sind:

Für Muskelschmerzen hat sich yên ổn Volksmund auch der Begriff Muskelrheuma verbreitet. Überdies bezeichnen viele die Polymyalgia rheumatica (Polymyalgie), andere die Fibromyalgie als Muskelrheuma, da beide mit starken Muskelschmerzen einhergehen. Ein offizielles Krankheitsbild ist Muskelrheuma aber nicht.

Ähnlich unscharf verwenden viele auch den Begriff "Weichteilrheuma" oder "Weichteilrheumatismus". Häufig wird er mit dem Fibromyalgie-Syndrom gleichgesetzt. Dabei klagen Betroffene - häufig Frauen - über chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen. Weichteilrheuma ist aber vielmehr ein Überbegriff für all jene Erkrankungen, die weiche Körperstrukturen betreffen, also nicht Knochen, Knorpel und Gelenke.


FibromyalgieMenschen mit Fibromyalgie leiden unter diffusen Schmerzen lặng Körper. Lesen Sie hier, wie Sie das Schmerzsyndom erkennen und wie man es behandeln kann.
SchleimbeutelentzündungBei einer Schleimbeutelentzündung ist eines der "Druckpolster" zwischen Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern entzündet. Lesen Sie mehr zur Bursitis.

Chronische Knochenerkrankungen

Auch chronische Knochenkrankheiten zählen zum weiten Gebiet des Rheumas. Die führenden Beschwerden sind hier Skelettschmerzen. Manchmal kommt es auch zu Knochenverformungen oder -brüchen.

Gerade unter älteren Frauen ist die primäre Osteoporose weit verbreitet. Durch den veränderten Hormonhaushalt dünnt die Knochenmasse aus und es drohen Knochenbrüche. Die Osteoporose kann aber auch Folge von Medikamenten sein, insbesondere von Kortison (sekundäre Osteoporose).

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Die Krankheit Osteomalazie wiederum entsteht dadurch, dass der Einbau von Kalzium und Phosphat in den Knochen gestört ist. Bei Kindern heißt die Erkrankung Rachitis. Zugrunde liegt ein Vitamin-D-Mangel. Bei Kindern verursacht dieser unter anderem Knochenverformungen oder Gelenkfehlstellungen.


Osteoporose Bei Osteoporose wird übermäßig viel Knochensubstanz abgebaut. Das begünstigt Knochenbrüche. Lesen Sie alles Wichtige hier!