Wenn von IP oder der IP Schutzklasse die Rede ist, wissen die meisten Leute, dass das irgendetwas mit Schutz vor Feuchtigkeit zu tun hat. Die wenigsten Leute wissen aber, dass der Begriff IP Schutzklasse, wenn die exakte Bezeichnung betrachtet wird, nicht richtig ist.

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Denn es gibt die IP Schutzart und es gibt die Schutzklasse. Und beide Begriffe beschreiben vollkommen unterschiedliche Eigenschaften eines Produktes.


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Elektrische Betriebsmittel wie Lampen, Elektrogeräte oder auch Installationsmaterial müssen jederzeit zuverlässig funktionieren. Und zwar unter den unterschiedlichsten Bedingungen.

So muss eine Gartenleuchte, die das ganze Jahr der Witterung ausgesetzt ist, ganz anders aufgebaut und isoliert sein, als eine Leseleuchte, die in der Schmökerecke für eine heimelige Beleuchtung sorgt. In diesem Fall erkennen selbst Nichtfachleute auf den ersten Blick, dass die Wohnzimmerleuchte den schädlichen Wirkungen eines Regenschauers wohl nicht standhalten wird.

Aber auch in Industrie und Gewerbe sind die Anforderungen an elektrische Geräte oder Hochspannungs-Betriebsmittel sehr unterschiedlich. Während in einer Schreinerei nur harmloser Holzstaub umherwirbelt, müssen technische Einrichtungen in Großküchen vor fettigem Kochdunst und in der Chemiefabrik vielleicht vor ätzenden Dämpfen geschützt werden.


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Um eine klare Aussage darüber zu erhalten, gegen welche Einflüsse ein Produkt geschützt ist, wurden die Schutzarten (International Protection Codes) eingeführt. In den jeweiligen Kategorien ist genau definiert, inwieweit das unerwünschte Eindringen von Fremdkörpern und Feuchtigkeit in das Geräteinnere unterbunden wird.

Auch der Schutz vor mechanischer Beanspruchung wurde genau festgelegt. Dies ist wichtig, wenn Gehäuse oder elektrische Einrichtungen z.B. In Sporthallen montiert werden und dort von Bällen getroffen werden können. Beim Einsatz im öffentlichen Bereich fallen darunter ebenso absichtliche Stöße oder Beschädigungen durch Vandalismus.


Die wohl bekannteste Schutzart ist die IP Schutzart (IP-Code), wie z.B. IP44. Die Abkürzung "IP" steht für „International Protection“, wobei im englischen Sprachgebrauch gerne die Bezeichnung „Ingress Protection“ (Schutz vor Eindringen) genutzt wird. 


Die der Abkürzung "IP" nachfolgenden Kennziffern geben genau Auskunft darüber, gegen welche Einflüsse ein Produkt geschützt ist.

Die Kombinationen sind in den nationalen und internationalen Normen DIN EN 60529 bzw. ISO 20653 (für Straßenfahrzeuge) genau festgelegt und bezeichnen die Art des Schutzes in den unterschiedlichen IP Klassen. Die möglichen Angaben reichen von IP00 bis IP69 bzw. IP6K9K.

Die erste Kennziffer bzw. Ziffern-/Buchstaben-Kombination steht für den Schutzgrad des Gehäuses gegen Berührung. Gleichzeitig gibt diese Kennziffer Auskunft über den Schutz gegen Fremdkörper. Die Definition der einzelnen Ziffern bzw. Ziffern-/Buchstabenkombinationen kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.


Auch wenn die nachfolgende Tabelle die IP Schutzart und nicht die IP Schutzklasse oder IP Klasse beschreibt, wird sie doch sehr gerne als IP Schutzklassen Tabelle bezeichnet. In diesem Fall ist das aber halb so schlimm. Denn selbst wenn technisch weniger versierte Leute, die Begriffe Schutzart IP, IP Schutzklasse oder IP Klasse verwechseln, weiß die Fachkraft sofort, was gemeint ist. Denn in Verbindung mit den Buchstaben "IP" kann nur der Schutz gegen Berührung/Fremdkörper und Wasser gemeint sein.


Erste ZifferBedeutung
ISO 20653DIN EN 60529Schutz gegen BerührungSchutz gegen Fremdkörper
00Kein SchutzKein Schutz
11Geschützt vor großflächigen Berührungen (z.B. Handrücken)Geschützt vor großen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 50 mm)
22Geschützt gegen Berührungen mit dem FingerGeschützt vor mittelgroßen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 12 mm)
33Geschützt vor Berührung mit Werkzeugen und Drähten (Durchmesser ≥ 2.5 mm)Geschützt vor kleinen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 2,5 mm)
44Geschützt vor Berührung mit Werkzeugen und Drähten (Durchmesser ≥ 1 mm)Geschützt vor kornförmigen festen Fremdkörpern (Durchmesser ≥ 1 mm)
5K5Vollständiger BerührungsschutzGeschützt vor Staub in schädigender Menge (staubgeschützt)
6K6Vollständiger BerührungsschutzVollständiger Schutz vor Staubeintritt (staubdicht)

Hinweis: 

Wenn ein Produkt nach DIN EN 60529 IP5X oder IP6X klassifiziert wurde, werden die beiden Schutzarten nach ISO 20653 IP5KX und IP6KX bezeichnet.


Die zweite Kennziffer bzw. Ziffern-/Buchstaben-Kombination steht für den Schutzgrad des Gehäuses gegen Feuchtigkeit bzw. eindringendem Wasser. Der Wasserschutz ist wie folgt definiert:


Zweite ZifferBedeutung
ISO 20653DIN EN 60529Schutz gegen Wasser
00Kein Schutz
11Geschützt vor senkrecht fallendem Tropfwasser
22Geschützt vor schräg (bis 15°) fallendem Tropfwasser
33Geschützt vor Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
44Geschützt vor allseitigem Spritzwasser
4K Geschützt vor allseitigem Spritzwasser mit erhöhtem Druck
55Geschützt vor Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
66Geschützt vor starkem Strahlwasser
6K Geschützt vor starkem Strahlwasser unter erhöhtem Druck
77Geschützt vor zeitweiligem Untertauchen
88Geschützt vor andauerndem Untertauchen
 9Geschützt vor Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung in der Landwirtschaft
9K Geschützt vor Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung für Straßenfahrzeuge

Wenn ein Produkt die Schutzart IP20 aufweist, besitzt es einen Berührungsschutz vor festen Fremdkörpern mit einer Größe über 12 milimet (spannungsführende Bauteile können nicht mit dem Finger berührt werden). Ein Schutz vor Wasser ist nicht vorhanden.


Ein Produkt mit IP44 ist vor dem Eindringen von festen Fremdkörpern mit einer Größe über 1mm und vor allseitigem Spritzwasser geschützt.


Wenn ein Produkt die Schutzart IP54 aufweist, verfügt es über einen vollständigen Berührungsschutz, wobei Staub in geringer Menge eindringen kann. Zudem ist es vor allseitigem Spritzwasser geschützt.


Neben dem vollständigen Berührungsschutz (Staub kann in geringen Mengen eindringen) bietet ein Produkt mit IP55 auch Schutz vor Strahlwasser aus einem beliebigen Winkel.


Ein Produkt mit der Schutzart IP65 verfügt über einen vollständigen BerührungsschutzStaub kann nicht eindringen und es ist gegen Strahlwasser aus beliebiger Richtung geschützt


Produkte mit der Schutzart IP67 sind berührungsgeschützt und staubdicht. Zudem verkraften sie auch zeitweiliges komplettes Tauchen unter Wasser. Wenn dauerhaftes Untertauchen erforderlich wäre, müsste ein Produkt IP68 aufweisen.


Wenn bei der IP-Schutzart eine der beiden Ziffern nicht angegeben werden soll oder muss, wird anstelle der Ziffer ein „X“ gesetzt.


Anhand der nachfolgenden Übersichtstabelle können Sie die gängigsten Schutzarten ganz leicht den jeweiligen Leistungsmerkmalen zuordnen. Zudem erkennen Sie auch, welche Schutzart bei bestimmten Einsatzbedingungen erforderlich ist. 


Erste Ziffer >

 

Zweite Ziffer ˅ 

Geschützt gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ≥ 12 mm)Geschützt gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ≥ 2,5 mm)Geschützt gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ≥ 1,0 mm)Geschützt vor Staub in schädigender Menge (staubgeschützt)Vollständiger Schutz vor Staubeintritt (staubdicht)
Kein Schutz vor WasserIP 20IP 30IP 40IP 50IP 60
Schutz vor senkrecht fallendem TropfwasserIP 21IP 31IP 41IP 51IP 61
Schutz vor bis zu 15°schräg fallendem TropfwasserIP 22IP 32IP 42IP 52IP 62
Schutz vor Sprühwasser bis 60° gegen die SenkrechteIP 23IP 33IP 43IP 53IP 63
Geschützt vor allseitigem SpritzwasserIP 24IP 34IP 44IP 54IP 64
Geschützt vor Strahlwasser aus beliebigem WinkelIP 25IP 35IP 45IP 55IP 65
Geschützt vor starkem StrahlwasserIP 26IP 36IP 46IP 56IP 66
Geschützt vor zeitweiligem UntertauchenIP 27IP 37IP 47IP 57IP 67
Geschützt vor andauerndem UntertauchenIP 28IP 38IP 48IP 58IP 68

Welcher IP-Schutz ist im Bad erforderlich?

In trockenen Innenräumen spielt der Schutz vor Feuchtigkeit eine eher untergeordnete Rolle. Darum können hier auch Lampen mit IP20 eingesetzt werden, die keinerlei Schutz vor eventuell eindringendem Wasser bieten.

In Badezimmern ist der Sachverhalt jedoch ganz anders. Denn hier muss verstärkt mit dem Auftreten von Feuchtigkeit und Spritzwasser gerechnet werden. Darum werden für Leuchten, die im Bad montiert werden, laut DIN 57100/VDE 0100 Teil 701 je nach Montageort die Schutzarten IPX4, IPX5 oder auch IPX7 vorgeschrieben.


Oberhalb der Dusch- oder Badewanne (Schutzbereich 1 mit IPX5) dürfen die Leuchten mit einer Betriebsspannung von max. 25 V/AC oder 60 V/DC betrieben werden.


Leuchten im Bereich der Dusch- oder Badewanne (Schutzbereich 0 mit IPX7) dürfen nur mit einer Betriebsspannung von höchstens 12 V/AC (Wechselspannung) oder 30 V/DC (Gleichspannung) betrieben werden.

Oberhalb der Dusch- oder Badewanne (Schutzbereich 1 mit IPX5) dürfen die Leuchten mit einer Betriebsspannung von max. 25 V/AC oder 60 V/DC betrieben werden.


Wenn Betriebsmittel oder Lampen im Außenbereich montiert werden, ist der Aufbauort zu berücksichtigen. Denn oftmals muss die Schutzart gar nicht so hoch sein, wie yên ersten Moment vermutet wird.

Montage yên überdachten Bereich

Wenn sich der Montageort z.B. Unter dem Dach, einem Vordach oder dem Balkon befindet, sind Lampen mit IP23 vollkommen ausreichend. Durch die Überdachung wird Spritzwasser durch Regen zuverlässig abgehalten.


Montage an der Hauswand

Werden Lampen an der Wand montiert, muss damit gerechnet werden, dass sie dem Regen ausgesetzt sind. In diesem Fall sind Produkte mit IP44 empfehlenswert. Neben dem allseitigen Spritzwasserschutz können sich auch keine Spinnen oder Insekten in der Lampe einnisten.


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Wegbeleuchtung yên Garten

Wenn die Leuchten der Witterung direkt ausgesetzt sind, müssen die Gehäuse einen Schutz von mindestens IP44 aufweisen.


Beleuchtung von Gartenteichen und Springbrunnen

Wenn Lampen zur Beleuchtung von Gartenteichen oder Springbrunnen genutzt werden, sollten diese einen Schutz von IP67 aufweisen. Damit sind die Lampen auch vor zeitweiligem Eintauchen in das Wasser geschützt. Wenn Unterwasserstrahler eingesetzt werden, müssen diese die Schutzart IP68 aufweisen.


Die unterschiedlichen Schutzarten yên Außenbereich


(Bildquelle: Paulmann Licht)


Was ist die IK-Schutzart?


In der IK-Schutzart oder auch dem IK-Stoßfestigkeitsgrad ist der Schutz vor äußerer mechanischer Beanspruchung (Stoßbeanspruchung) genau definiert. Der IK-Code ist nach der IEC 62262 international genormt und in 10 Schutzarten gegliedert.


SchutzartSchlagenergie
IK00Keine Stoßfestigkeit
IK01Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 0,14 Joule
IK02Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 0,20 Joule
IK03Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 0,35 Joule
IK04Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 0,50 Joule
IK05Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 0,70 Joule
IK06Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 1,0 Joule
IK07Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 2,0 Joule
IK08Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 5,0 Joule
IK09Geschützt bis zu einer Schlagenergie von 10 Joule
IK10Geschützt bis zu einer Schlagenergie von trăng tròn Joule

Hinweis: 

Ein Joule entspricht der Energie die benötigt wird, um einen Körper mit einer Masse von 2 Kilogramm aus der Ruhe auf eine Geschwindigkeit von 1 m/s zu beschleunigen.


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In der Elektrotechnik werden mit der Schutzklasse die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen definiert, um einen Stromunfall durch einen elektrischen Schlag zu vermeiden.

Besonders bei Geräten und Betriebsmitteln mit metallischem Gehäuse besteht die große Gefahr, dass im Falle eines Defektes (Isolationsschaden) das Gehäuse spannungsführend werden kann. Ohne die geeigneten Maßnahmen, die in den jeweiligen Schutzklassen definiert sind, könnten dadurch lebensgefährliche Situationen entstehen.

Die Schutzklassen für alle elektrischen Betriebsmittel sind in den Normen EN 61140 bzw. VDE 0140-1 festgelegt. Die zu verwendenden Symbole, die zur Kennzeichnung der Betriebsmittel dienen, werden in der IEC 60417 (Internationale Elektrotechnische Kommission) definiert.


Unterschied Schutzart und Schutzklasse 

Während die Schutzarten den Schutzgrad gegen Berührung, Fremdkörper, Wasser und mechanische Beanspruchung definieren, beschreibt die Schutzklasse die Maßnahmen, die vor berührungsgefährlichen Spannungen schützen.


Es werden bis zu vier Schutzklassen unterschieden, wobei die Schutzklasse I bis Schutzklasse III am wichtigsten sind.


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Elektrische Betriebsmittel mit der Schutzklasse 0 verfügen lediglich über eine Basisisolierung. Da keine besonderen Schutzmaßnahmen gegen einen elektrischen Schlag vorhanden sind, muss der Schutz durch die Umgebung des Betriebsmittels sichergestellt werden. Eine Kennzeichnung ist nicht vorgesehen, darum gibt es auch keine Symbole für diese Schutzklasse. In der zukünftigen internationalen Norm ist die Schutzklasse 0 nicht mehr enthalten. Geräte mit dieser Schutzklasse sind in Deutschland und in Österreich nicht zulässig.


Geräte der Schutzklasse I verfügen über eine Schutzerdung. Das bedeutet, dass alle elektrisch leitfähigen Gehäuseteile mit dem Schutzleitersystem der festen Elektroinstallation verbunden sind. Dadurch befinden sich die Gehäuseteile auf Erdpotential. Ortsveränderliche Geräte der Schutzklasse I sind mit einem Schutzkontaktstecker ausgestattet. Sollte lặng Fehlerfall ein stromführender Leiter das mit dem Schutzleiter verbundene Gehäuse berühren, entsteht ein Körperschluss. In diesem Fall wird der Leitungsschutzschalter (Sicherung) oder der Fehlerstromschutzschalter (FI) auslösen und das Gerät spannungsfrei schalten.


Geräte der Schutzklasse II verfügen zwischen den aktiven und den berührbaren Teilen über eine doppelte oder verstärkte Isolierung. Selbst wenn die Geräte elektrisch leitende Oberflächen besitzen, sind diese nicht mit dem Schutzleiter verbunden. Darum werden zum Anschluss zweipolige Konturenstecker oder auch Eurostecker ohne Schutzkontakt verwendet.

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Geräte der Schutzklasse III werden mit Sicherheitskleinspannungen (SELV = Safety Extra Low Voltage) oder Schutzkleinspannungen (PELV = Protective Extra Low Voltage) betrieben. Die Grenzwerte für Wechselspannung (AC) betragen ≤ 50V und für Gleichspannung (DC) ≤ 120V. Als geeignete Spannungsquellen kommen Akkumulatoren (Akkus), Batterien oder auch Sicherheitstransformatoren in Frage.