BTK Berlin (20.10.2016) Als Trend bei der Fütterung von Hund und Katze ist seit geraumer Zeit das sogenannte „Barfen“, die biologisch-artgerechte Rohfütterung, besonders In. Doch ist BARF auch aus tierärztlicher Sicht empfehlenswert und was ist dabei zu beachten?


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„Bio“ ist in, keine Frage. Und was für die menschliche Ernährung gilt, das gilt für seinen besten Freund in besonderem Maße. So verwundert es kaum, dass seit einigen Jahren das sogenannte BARFen, also die Biologisch-Artgerechte RohFütterung (ganz korrekt Bones and Raw Foods) von Hunden ziemlich angesagt ist und mittlerweile von immer mehr Hundehaltern als das Non-Plus-Ultra gepriesen wird. Doch ist das auch aus tierärztlicher Sicht wirklich der Königsweg? „Einen Hund mit selbst zusammengestelltem Futter ausgewogen zu ernähren ist natürlich möglich. Doch erfordert dies auch eine intensive Beschäftigung mit dem Thema: Der unterschiedliche Gehalt an für den Hund notwendigen Nährstoffen in den einzelnen Futtermitteln muss berücksichtigt und ausgeglichen werden. Das ist selbst mit handelsüblichen Ergänzungen nicht ganz einfach, da der Energie- und Nährstoffbedarf von Alter, allgemeinem Gesundheitsstatus, körperlicher Belastung und weiteren Faktoren abhängig ist. Passt die Zusammenstellung nicht, besteht die Gefahr einer Unter- oder Überversorgung“, erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer. Um die wirklich bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen zu gewährleisten, reicht es also nicht, dem Hund rohes Fleisch, Knochen und Gemüse vorzusetzen. Hauptbestandteil von Fleisch ist Eiweiß, doch sind Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium und verschiedene Spurenelemente nicht bedarfsdeckend enthalten. Ein Kalziummangel kann zu Störungen des Knochenstoffwechsels führen, ein Jodmangel beeinträchtigt die Schilddrüsenfunktion, ebenso wie eine Jod-Überversorgung bei Fütterung von Schlund. Auch die für die Verdauung nötigen Ballaststoffe, die in pflanzlichen Fasern enthalten sind, müssen durch entsprechende Futterkomponenten zugesetzt werden. Unbedingt beachtet werden sollte auch, dass bei der Fütterung von rohem Fleisch die Gefahr der Übertragung krankheitsauslösender Viren, Bakterien oder Parasiten besteht. Tiedemann: „So kann vor allem rohes Geflügelfleisch Träger von Salmonellen und Campylobacter-Bakterien sein, die auch für den Menschen gefährlich sind. Durch rohes Schweinefleisch können die viralen Erreger der Aujeszkyschen Krankheit übertragen werden, die für den Hund immer tödlich ist.“ Deutschland ist seit 2003 zwar offiziell frei von der sogenannten Pseudo-Wut, doch sollte rohes Schweinefleisch dennoch nicht gefüttert werden. Vorsichtig muss man auch mit der Verfütterung von Knochen sein, die ja beim BARFen einen bedeutenden Anteil des Futters ausmachen. Ein Zuviel an Knochen führt leicht zu schweren Verstopfungen.

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Splitternde Knochen oder scharfkantige Knochenstücke haben oft Verletzungen yên Maul und Rachenraum oder im Magen- und Darm-Trakt zur Folge.Wer also Hund oder Katze „biologisch-artgerecht“ (wobei sich über diesen Begriff durchaus auch streiten lässt!) füttern will, sollte sich auf jedem Fall vom Tierarzt beraten lassen!
Nur so kann eine dem Alter, dem Gesundheitszustand und der körperlichen Beanspruchung des Tieres angemessene optimale Ernährung gewährleistet werden.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundestierärztekammer Katharina Klube 030 - 201 43 38 - 70 030 - 201 43 38 - 88 E-Mail