Einfach hinsetzen, nachdenken und die Geistesblitze zählen: So einfach funktioniert Brainstorming nicht. Gute Ideen finden, ist oft harte Kopfarbeit. Mehr Frust als Lust. Brainstorming kann helfen, neue und innovative Einfälle anzuregen, viele Ideen zusammenzutragen und zu bewerten. Gerade in Meetings eine wichtige Methode: Forscher um den Sozialpsychologen Wolfgang Stroebe von der Universität Utrecht ermittelten, dass Gruppen oft weniger gute Ideen produzieren als Einzeldenker. Damit Brainstorming funktioniert, braucht es feste Regeln. Tipps, wie Sie erfolgreicher brainstormen…


Autor: Jochen MaiAktualisiert: 27.11.2020Bewertung: 4,93· 7054 Stimmen
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Brainstorming: Definition và Ablauf der Methode

Entwickelt wurde die Methode des Brainstormings von Alex Osborn schon yên Jahr 1939. In der von ihm mitgegründeten Werbeagentur BDO (später BBDO) gab es zig Meetings, die alles andere als inspirierend waren: Sie dauerten ewig, ermüdeten und hemmten jede khung der Kreativität. Kurz: Sie waren der Gau für ein Unternehmen, das sein Geld damit verdient, kreativ zu sein.

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Osborn war sich der Bedrohung bewusst und erinnerte sich an die mehr als 400 Jahre alte indische Kreativitätstechnik des „Prai-Barshana“. Aus deren Mantra – „using the brain lớn storm a problem“ – leitete er das heutige Brainstorming ab. Inzwischen gilt Brainstorming als DER Klassiker unter den Kreativitätsmethoden – und funktioniert im Grund ganz einfach: Während des Brainstormings geben die Teilnehmer eines Meetings (bewährt haben sich fünf bis acht Personen) eine Zeit lang spontan ihre Ideen zur Lösung eines konkreten Problems ab.


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Die 2 wesentlichen Phasen beim Brainstorming

Dadurch, dass der Gedankenaustausch öffentlich und in der Gruppe geschieht, entstehen zahlreiche neue Ideenkombinationen. Es werden also mehr Lösungen und Ergebnisse angeregt, als tatsächlich gebraucht würden. Das macht aber nichts. Denn nach dem Brainstorming folgt in der Regel eine Diskussion und Art Filter, bei dem die guten Ideen von den schlechten wieder getrennt und letztere verworfen werden. Eine solche Brainstorming-Sitzung besteht daher immer aus zwei wesentlichen Phasen:

Ideenfindung (30 bis 45 Minuten)

Im ersten Teil findet das eigentliche Brainstorming, der Gedankenaustausch statt. Über einen festgelegten Zeitraum werden von allen Teilnehmern Ideen gesammelt. Entweder gemeinsam oder von einem Moderator werden alle Beiträge zusammengetragen und gesammelt.

Ideenbewertung (30 bis 60 Minuten)

Aus dem Pool der (hoffentlich) zahlreichen Ideen muss nun eine geordnete Liste werden. Dafür werden die gesammelten Vorschläge analysiert, gefiltert, bewertet und sortiert. Das Ziel beim Brainstorming ist es, am Ende eine Liste mit den vielversprechendsten Ideen, Lösungsvorschlägen und Einfällen zu erhalten.

Die Kreativtiätstechnik eignet sich nicht nur zur Ideenfindung, sondern auch zur Produktentwicklung, zum Aufbrechen festgefahrener Situationen oder Problemlösung. Sie kann auch eine Vorstufe für weitere Kreativtechniken sein.


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Brainstorming Moderator: So wichtig ist er

Dem Moderator kommt beim Brainstorming eine entscheidende Rolle zu. Er soll motivieren, stimulieren, fokussieren, strukturieren. Eine große Verantwortung! Aber ohne geht es nicht. Ein Brainstorming, das nicht professionell moderiert wird, ufert aus, verwildert und wird irgendwann bizarre Slapstick. Die Leute haben vielleicht Spaß miteinander, aber der Austausch ist nicht mehr zielführend.

Der Moderator eines Brainstormings sollte daher jemand sein, der mitdenken und mitspinnen kann, zugleich aber den Überblick behält und parteilos bleibt. Das bedeutet: Auch er darf Ideen nicht fördern, nur weil sie ihm persönlich gut gefallen. Der Moderator ist zur Neutralität verpflichtet – vielleicht mehr als alle anderen. Idealerweise übernimmt die Rolle daher nicht der Chef. Folgende Aufgaben gehören zur Moderation eines Brainstormings:

Brainstorming vorbereiten: Fragestellung und Ziel für alle transparent machen.Agenda formulieren: Ablauf, Dauer und Zeiten müssen festgelegt sein.Regeln festlegen: Die Regeln sollten noch einmal deutlich vorab und für alle verbindlich festgelegt werden.Einhaltung sicherstellen: Die besten Regeln nutzen nichts, wenn sie ignoriert werden. Das ist die aktivste Aufgabe des Moderators: Schwätzer bremsen, Schweiger animieren, Ideenfindung von Ideenbewertung trennen.Analyse strukturieren: Sobald der Sturm abgeklungen ist, müssen die Ideen bewertet werden. Auch nicht leicht, da manche Seele Kritik immer persönlich nehmen. Umso mehr muss die Ideenbewertung (sowie Eitelkeiten) moderiert und strukturiert werden.Ergebnis dokumentieren: Am Ende sollten die Ergebnisse natürlich noch gesammelt, gebündelt, sortiert, protokolliert oder dokumentiert und an alle verteilt werden. Dies kann man dem Moderator auch noch aufbürden. Fairer ist aber meist, hierfür noch einen Protokollführer zu benennen.

Ziemlich komplex, wie Sie sehen. Die Hauptaufgabe des Moderators bleibt aber, dass alle zu Wort kommen, keine(r) diskrimminiert wird und der Prozess beziehungsweise die Arbeitsgruppe nicht ins Stocken gerät.

5 Alternativen zum Brainstorming

Zum klassischen Brainstorming haben sich mittlerweile zahlreiche Alternativen und Abwandlungen entwickelt. Denn neben vielen Anhänger hat das Brainstorming auch viele Kritiker, die einige Nachteile in der Methode ausmachen. Allen voran: Nicht alle Teilnehmer bringen sich beim Brainstorming gleichermaßen ein und die Ergebnisse sind – trotz der oben genannten Grundregeln – oftmals nicht sehr einfallsreich. Sollten Sie beim ursprünglichen Brainstorming auf Probleme stoßen oder wenn Sie mehr Abwechslung in Ihre Kreativmethoden bringen wollen, können Sie die folgenden Alternativen zum Brainstorming nutzen:

Brainswarming

Schon der Begriff verrät die Ähnlichkeit der beiden Methoden. Entwickelt wurde das Brainswarming vom Amerikaner Tony McCaffrey, weil dieser beim Brainstorming immer wieder feststellte, dass es die extrovertierten Teammitglieder in der Gruppe sind, die sich durchsetzen. Sie dominieren die Ideenfindung, bringen mehr Vorschläge ein und Sie übernehmen auch einen Großteil der Diskussion. Schüchterne Teilnehmer lặng Brainstorming gehen unter – inklusive ihrer Vorschläge. Beim Brainswarming rückt die Selbstdarstellung in den Hintergrund. Der entscheidende Unterschied: Die Ideenfindung findet nicht wie beim Brainstorming mündlich in der Gruppe statt. Alle Teilnehmer schreiben Ihre Ideen zunächst auf kleine Klebezettel (Post Its) – jeder alleine, für sich selbst, ganz ohne Druck. Yên nächsten Schritt werden die Notizen an eine gemeinsame Pinnwand geheftet, um Ideen miteinander zu verknüpfen, weiterzuspinnen und letztlich die besten Lösungsvorschläge zu analysieren und zu bewerten.

Brainwriting

Das Brainwriting hat die gleiche Schwachstelle yên ổn Brainstorming identifiziert und umgeht diese auf ähnliche Art. Auch bei dieser Alternative findet die Sammlung der Ideen nicht offen und in mündlicher form statt, sondern jeder Teilnehmer schreibt seine Ideen anfangs auf einen Zettel – dieser sollte beim Brainwriting größer Ausfallen als Notiz-Zettel, beispielsweise ein DIN A4 Blatt. Nach der ersten Phase der Ideenfindung werden die Vorschläge dann untereinander weitergereicht. So hat jeder die Möglichkeit, die Ideen anderer Teilnehmer zu erweitern und zu ergänzen.

Methode 635

Eine spezielle size des Brainwriting ist die Methode 635. Der Grundgedanke bleibt erhalten, durch einen genauen Ablauf können bei der Methode 635 aber innerhalb kurzer Zeit mehr als 100 Ideen generiert werden. Der Name setzt sich dabei aus den wichtigsten Eckpfeilern der Methode zusammen: Sechs Teilnehmer schreiben zu Beginn jeweils drei Ideen auf ein Blatt und anschließend werden die Ideenblätter insgesamt fünf Mal weitergegeben. So hat jeder Teilnehmer einmal jedes einzelne Blatt und ergänzt die dort vorhandenen Vorschläge mit eigenem đầu vào und weiteren Ergänzungen.

Kopfstand-Methode

Normales Brainstorming bringt nicht weiter oder es braucht mehr Abwechslung? Dann kann die Kopfstand-Methode neue Erkenntnisse liefern. Dafür müssen Sie glücklicherweise nicht sich selbst, sondern nur Ihre Denkansätze auf den Kopf stellen. Statt sich zu fragen: „Welche Idee hat die besten Aussichten auf Erfolg?“, geht es bei der Kopfstand-Methode um „Was klappt auf keinen Fall?“ Oft fällt es leichter, sich solche Worst-Case-Szenarien auszumalen. Zusätzlich wird die Kreativität bei dieser Variante des Brainstormings angeregt, weil Sie umdenken müssen. Zum Schluss lassen sich die gefundenen Anti-Vorschläge dann wieder umdrehen, um Strategien zu entwickeln.

Provokationstechnik

Auch bei der Provokationstechnik müssen Sie beim Brainstorming umdenken. Hier werden zu Beginn gezielte Änderungen, Verfälschungen, Übertreibungen, Umkehrungen oder auch Idealfälle ausgemacht – sogenannte Provokationen – die bei der Sammlung von Ideen gelten. Dabei ist fast alles erlaubt, so können Naturgesetze umgekehrt werden oder auch andere Tatsachen weggelassen werden.

Ein Beispiel könnte lauten: Jeder Mitarbeiter hat doppelt so viel Urlaub wie bisher. Das ist natürlich nicht wahr, regt aber zum Nachdenken an. Wie würde sich die Arbeitsweise verändern? Käme es zu Personalengpässen oder würde sich der Urlaub verteilen? Sind Mitarbeiter dadurch mehr motiviert oder lässt die Einstellung nach? Durch solche Änderungen lassen sich zahlreiche Ideen generieren, um ausgefallene Lösungen zu finden. Die Herausforderung der Methode besteht darin, am Ende sinnvolle und umsetzbare Strategien abzuleiten, die in der Realität bestehen können.

Brainstorming alleine: Persönlich nutzen

Natürlich lässt sich die Brainstorming Methode auch anwenden, wenn Sie alleine sind. Mit einigen Tricks und Kniffen können Sie so die Gehirnzellen ankurbeln und der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen. Das Wochenende eignet sich übrigens ideal dazu. Wir haben daher hier noch einige Anregungen zusammengestellt. Der Königsweg ist übrigens, möglichst viele davon miteinander zu kombinieren…

Alleine seinDas Dauerbombardement durch E-Mails, Handy, Facebook und Twitter macht es unmöglich, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Beseitigen Sie daher, zumindest vorübergehend, die diversen Störfaktoren. Die goldene Regel für Brainstormer: Kapseln Sie sich für eine Weile vollständig ab, denken Sie ganz alleine und in der Stille intensiv nach.Limits setzenKauen Sie auf einer mittelmäßigen Idee nicht zu lange herum. Wenn Sie merken, dass der Weg ins Nichts führt, biegen Sie lieber auf einen anderen ab.Erwartungen dämpfenEin Brainstorming führt noch nicht zu einem fertigen Produkt. Erst kommt die Grundidee, danach die Fein- und Fleißarbeit. Machen Sie sich bewusst, das mit dem Brainstorming noch nicht die gesamte Arbeit erledigt ist.Ausschuss produzierenDass die meisten Ideen yên ổn Abfalleimer landen, sollte kein Grund für Frustrationen sein. Je mehr Ideen, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Treffers. So gilt auch beim Brainstorming alleine, dass Sie anfangs auf Masse statt Klasse setzen sollten.

Schlechte Idee: Wie Sie darauf reagieren

Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Leider sind manche Geistesblitze ihrer Zeit entweder weit voraus (bestenfalls) oder total daneben. Vor allem in Debatten, Podiumsdiskussionen und Brainstormings kommt es immer wieder vor, dass Sie mit einem Einwand oder Vorschlag konfrontiert werden, der, nun ja, unkonventioneller nicht sein könnte. Dann coram publico seinem Gegenüber zu sagen, was man wirklich davon hält, wäre aber taktisch unklug. Was also tun, wenn Sie mal in einem Meeting (aber keinem Brainstorming!) oder Workshop sitzen und ein Kollege einen Vorschlag macht, der so genial ist wie „Kaminholzverleih yên ổn Internet“?

Klar, Sie könnten sagen: „Was für eine bescheuerte Idee! So ein Bullshit!“ oder „Hahahahaha“ und dann weitermachen. Macht man aber nicht. Außerdem könnte unter der Oberfläche vielleicht doch noch ein guter Einfall lauern, den Sie gerade gnadenlos abbügeln. Zum Glück gibt es Alternativen…

Fragen Sie nach DetailsEin Vorschlag ist schnell ventiliert. Wie gut durchdacht dieser ist, offenbart sich aber erst yên ổn Konkreten und in dessen Konsequenzen. Fragen Sie also zum Beispiel nach, wie diese Idee ganz pragmatisch umgesetzt werden soll, wie sie wirkt und warum. Auch das wirkt wie ein Ventil – und lässt bei vielen Ideen die heiße Luft raus.Bitten Sie um einen BeweisVor allem wenn Ihr Gegenüber eine steile und suggestive These formuliert, die zunächst sehr einleuchtend klingt, sollten Sie um einen Beleg bitten: „Hat das denn schon irgendwo bereits funktioniert? Wo? Warum?“ Bekommen Sie hierauf eine gute Antwort, haben Sie auf jeden Fall was gelernt – oder aber Ihre Ruhe.Klären Sie die VariablenWas zunächst nach einer cleveren Idee aussieht, funktioniert oft nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie diese Tipps letztlich auch, weshalb sie nicht alle jederzeit gelten). Stimmen Sie dem Vorschlag zu, um weniger konfrontativ zu wirken, aber fragen Sie auch nach den entscheidenden Variablen: „Ein guter Einwand! Damit das funktioniert, muss aber X gegeben und Y tatsächlich vorhanden sein. Ist das so? Und was wäre, wenn nicht?“Kombinieren Sie ein ZielBedanken Sie sich zunächst für den Vorschlag und dann verbinden Sie diesen anschließend mit einem Ziel: „Danke für die Anregung. Wir sind ja heute hier zusammen, um unseren Umsatz um zehn Prozent zu steigern. Wie, glauben Sie, wird uns das diesem Ziel näher bringen?“ Vor allem Teilnehmer, die sich ständig in Nebenschauplätzen verrennen, bringen Sie damit schnell wieder auf die Spur zurück.Bitten Sie um eine BewertungBesonders elegant ist es, wenn Sie zunächst das Publikum fragen, die Anregung zu bewerten: „Wie finden die anderen das?“ Damit gewinnen Sie nicht nur Bedenkzeit, sondern sammeln erst einmal Argumente, bevor Sie sich selbst dazu äußern und Stellung beziehen.

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Und nicht zuletzt können Sie natürlich auch immer auf Ihre Gefühle rekurieren. Sie sagen also nicht, dass Sie die Idee für groben Unfug halten, sondern stattdessen: „Das klingt ja alles ganz gut. Aber ich habe bei diesem Vorschlag nach wie vor Bauchschmerzen. Mein Gefühl sagt mir, das ist noch nicht ausgereift. Lassen Sie uns das noch ein bisschen diskutieren.“ Blafft Ihr Gegenüber sofort zurück, disqualifiziert er sich selbst. Andernfalls geben Sie sich beiden die Chancen, zu erkennen, was wirklich in dem Einfall steckt – und etwa mit einem Brainstorming weitermachen.