Valeria Dahm ist freie Autorin in der fkhorizont-turnovo.com-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

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Sabine Schrör ist freie Autorin der fkhorizont-turnovo.com-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.


Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für fkhorizont-turnovo.com - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.


Ein Chiropraktiker behandelt Patienten mit den Händen und konzentriert sich dabei auf den Bewegungsapparat. Hinter dem chiropraktischen Ansatz steht die Überlegung, dass die meisten körperlichen Beschwerden auf Gelenkveränderungen wie Fehlstellungen oder Blockaden beruhen. Lesen Sie hier mehr: Was ist ein Chiropraktiker und die Chiropraktik? Was macht ein Chiropraktiker genau? Wann kommt eine chiropraktische Behandlung in Betracht? Welche Nebenwirkungen kann sie haben?


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Beschwerden durch Subluxationen

Mit einer Subluxation an der Wirbelsäule können verschiedene Beschwerden einhergehen. Welche das sind, hängt davon ab, welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist:

Im Bereich der Halswirbelsäule können Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Hör- und Sehstörungen resultieren. Subluxationen lặng mittleren Bereich der Wirbelsäule können Schulter- und Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Verdauungsprobleme nach sich ziehen. Ist der untere Teil der Wirbelsäule betroffen, klagen Patienten oft über Schmerzen in der Hüfte, yên Unterleib oder in Beinen und Füßen.

Diagnose durch den Chiropraktiker

Das Ziel der chiropraktischen Diagnose ist es, Subluxationen zu erkennen, zu lokalisieren und darauf aufbauend einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln. Am Anfang steht dabei die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Interessant sind für den Chiropraktiker zum Beispiel folgende Informationen:

Haben Sie Schmerzen? Wenn ja, wo, wie häufig und wie lange schon?Sind Sie in Ihrer Beweglichkeit eingeschränkt? In welcher Weise und wie lange schon?Wurden bereits bestimmte Erkrankungen bei Ihnen diagnostiziert?Was machen Sie beruflich (einseitige Belastungen, sitzende oder stehende Tätigkeit, körperliche Arbeit etc.)?

Anschließend steht die chiropraktische Analyse auf dem Programm, bei der mehrere Untersuchungsverfahren zum Einsatz kommen können. Im Mittelpunkt steht die manuelle Palpation, wobei der Chiropraktiker Sie mit den Händen untersucht, um möglichen Subluxationen auf die Spur zu kommen.

Ergänzend zur manuellen Palpation können weitere chiropraktische Untersuchungsmethoden genutzt werden. Zum Beispiel:

Haltungsanalysen: Mithilfe einer Lotrechmessverrichtung prüft der Chiropraktiker Patienten auf Haltungsschäden, die auf eine Subluxation hinweisen können.Bilaterale und Vierquadrant-Waagen: Mit diesen Geräten lässt sich eine ungleiche Gewichtsverteilung ermitteln, die bei Wirbelsäulenfehlstellungen typisch sind.Inklinometrie: Mit einem sogenannten Inklinometer kann der Chiropraktiker die Beweglichkeit der Wirbelsäule messen.Algometrie: Durch eine mechanische Reizung mit einem speziellen Messgerät ermittelt der Chiropraktiker, ab wann der Druck in Schmerz übergeht (Druckschmerzschwelle). Dies liefert ebenfalls Hinweise auf mögliche Subluxationen.

Darüber hinaus muss der Chiropraktiker mögliche Frakturen oder Erkrankungen wie Arthrose, Bandscheibenvorfall oder Tumoren als Ursache der Beschwerden ausschließen (Differenzialdiagnostik). Denn solche Ursachen können mithilfe der Chirotherapie nicht behandelt werden. Im Gegenteil, Chiropraktik kann die damit verbundenen Beschwerden sogar verschlimmern!

Verschiedene Untersuchungsverfahren können für die Differenzialdiagnostik herangezogen werden, zum Beispiel:

RöntgenTemperaturmessgeräteBlutdruckmessungBlutuntersuchungenElektroenzephalografie (EEG)Elektrokardiografie (EKG)

Behandlung durch den Chiropraktiker

Hat der Chiropraktiker eine Subluxation (im Sinne der Chiropraktik) festgestellt, erarbeitet er einen individuell angepassten Behandlungsplan. Ziel ist es, die Subluxation manuell oder bei Bedarf auch mit Unterstützung chiropraktischer Instrumente zu beseitigen ("Justieren"):

Durch einen kleinen Impuls wird das blockierte Gelenk manuell oder mithilfe von Instrumenten in eine bestimmte Position geführt, um die Subluxation gezielt und ohne viel Kraftaufwand zu lösen. Oft entsteht dabei ein hörbares, aber harmloes Knacken.

Der Chiropraktiker kann für die Justierung auf verschiedene Behandlungsmethoden zurückgreifen. Die meisten haben ihren Ursprung in der amerikanischen Chiropraktik, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Häufig eingesetzte Verfahren sind zum Beispiel:

Chiropraktik-Instrument Technik (CIT): Hierbei werden Subluxationen mit einem sogenannten Activator behandelt. Mit diesem kleinen Instrument setzt der Chiropraktiker gezielt Impulse, um Fehlstellungen oder Blockaden zu beseitigen. Die Methode gilt als sehr sanft und wird deshalb gern bei Kindern und älteren Patienten angewendet.Flexion-Distraction (Cox-Bandscheibentechnik): Spezielle chiropraktische Behandlungstische helfen dem Chiropraktiker, die Bandscheibenfächer zu öffnen und die Wirbelgelenke zu behandeln.Full-Spine-Specific Technik (FSST): Mit dieser rein manuellen Behandlungsmethode versucht man, Blockaden an Wirbelsäule oder Becken direkt zu lösen.Thompson-Terminal-Point Technik (TTPT): Hierbei spielt der chiropraktische Behandlungstisch eine Hauptrolle. Mithilfe sogenannter Drops lässt er sich abschnittsweise verstellen, so dass der Chiropraktiker gezielt Impulse an einzelnen Körperstellen setzen kann.

Wann eine Besserung nach dem Chiropraktiker-Besuch eintritt, ist individuell unterschiedlich. In der Regel muss die Justierung aber mehrmals wiederholt werden, will man die Beschwerden dauerhaft beseitigen. Bei den meisten chiropraktischen Behandlungen sind dazu 10 bis 15 Sitzungen nötig.


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Welche Nebenwirkungen sind nach der Behandlung möglich?

Früher galten Behandlungen durch einen Chiropraktiker manchen Menschen als durchaus gefährlich - Behandlern eilte der Ruf des "Knochenbrechers" voraus. Das lag sicherlich an den praktizierten ruckartigen, recht groben Einrenkmethoden. Heutige Chiropraktiker gehen sehr viel behutsamer und sanfter vor, so dass man kaum Sorge vor unerwünschten Nebenwirkungen haben muss.

Bei sachgemäßer Anwendung durch einen ausgebildeten Behandler sind Nebenwirkungen selten. Manchmal kann - besonders nach der Erstbehandlung - ein leichter Muskelkater oder ein Spannungsgefühl an der behandelten Körperpartie auftreten. Doch diese sogenannte Erstverschlimmerung nach einer Chiropraktik-Behandlung bessert sich nach ein bis zwei Tagen meist von selbst.

In sehr seltenen Fällen treten Komplikationen wie Nervenausfallsymptome (z.B. Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen) auf, wenn der Chiropraktiker unsachgemäß arbeitet. Noch seltener sind Schädigungen der Gefäße yên Bereich der Halswirbelsäule, wenn diese chiropraktisch justiert wird. Die Gefäßschäden können zur Bildung von Blutgerinnseln und damit auch zu Schlaganfällen führen.

Generell birgt die Chiropraktik für den gesunden Bewegungsapparat kaum Risiken, und auch Schmerzen sind nach einer Chiropraktik-Behandlung äußerst selten.


Wann Chiropraktik nicht angewendet werden darf

Der Chiropraktiker kann nur Beschwerden mit funktioneller Ursache behandeln. Das bedeutet, dass eine Chiropraktik-Behandlung organische Veränderungen wie Arthrose oder Bandscheibenvorfall nicht bessern, sondern im schlimmsten Fall sogar verschlechtern kann. Deswegen ist es wichtig, derartige Vorerkrankungen vor der chiropraktischen Behandlung auszuschließen.

Nicht angewendet werden darf die Chiropraktik außerdem bei akuten Verletzungen sowie bei Prozessen, die Knochen und/oder Bindegewebe zerstören, zum Beispiel bei Krebstumoren, Knochenmetastasen, Osteoporose und Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen).


Chiropraktiker sollten Frauen in der Schwangerschaft nur mit Vorsicht behandeln. Grundsätzlich sollten Schwangere zuerst mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme sprechen, bevor sie alternativmedizinische Methoden in Anspruch nehmen.


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Was kostet die Behandlung und wer trägt diese Kosten?

In Deutschland liegen bei einem Heilpraktiker, der als Chiropraktiker arbeitet, die Kosten für eine Erstbehandlung meist zwischen 40 und 70 Euro, so der Bund Deutscher Heilpraktiker. Je nach Aufwand kann der Betrag aber auch deutlich höher ausfallen. Mit einer Sitzung ist es aber in der Regel nicht getan, sodass in Summe für eine Chirotherapie erhebliche Kosten zusammenkommen können. Gesetzlich versicherte Patienten müssen diese in der Regel aus eigener Tasche bezahlen - außer sie haben eine entsprechende private Zusatzversicherung.

Eine Chiropraktik-Behandlung bei einem Vertragsarzt mit entsprechender Zusatzausbildung (Chirotherapeut) kann über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden. Eine chiropraktische Behandlung bei einem Privatarzt müssen gesetzlich Versicherte dagegen selber bezahlen.

Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Chirotherapie-Kosten, vor allem, wenn die Behandlung durch einen in Chirotherapie ausgebildeten Arzt erfolgt.

In Österreich wird eine chiropraktische Behandlung bei einem entsprechend ausgebildeten Arzt oder Physiotherapeuten nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Private Krankenversicherungen kommen dafür aber unter bestimmten Bedingungen oftmals auf.


Für Deutschland und Österreich gilt gleichermaßen: Erkundigen Sie sich vor Behandlungsbeginn bei Ihrer Versicherung, ob und unter welchen Bedingungen sie die Chiropraktiker-Kosten übernimmt.

In der Schweiz zählt die Behandlung bei einem Chiropraktor (siehe unten: "Was ist ein Chiropraktiker?") zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (Grundversicherung). Diese übernimmt also die Kosten, wobei aber - wie bei allen Arztbehandlungen - der gesetzliche Selbstbehalt und die gewählte Franchise bei der Kostenabrechnung berücksichtigt werden. Übrigens können Patienten direkt zum Chiropraktor gehen - eine Überweisung ist nicht nötig.


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Chirotherapie: Bedeutung, Entwicklung, Abgrenzung

Chirotherapie - was ist das eigentlich genau? Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet "mit den Händen praktizieren". Chirotherapie meint nach dieser Definition also die manuelle Therapie von gesundheitlichen Störungen (manuelle Medizin).

Weiter gefasst ist die Definition des Chiropraktik-Weltverbands. Er bezeichnet die Chiropraktik als "Gesundheitsberuf, der sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention von Störungen des neuromuskuloskelettalen Systems und den Auswirkungen dieser Störungen auf die allgemeine Gesundheit befasst".

Die Chiropraktik stammt ursprünglich aus den USA, erste chiropraktische Methoden entstanden dort bereits in den 1890er Jahren. Bis etwa 1950 beschränkte sich die Chiropraktik auf Nordamerika, erst in den 1960er und 1970er Jahren fand sie breitere Anerkennung und Akzeptanz auch yên ổn schulmedizinischen Bereich. Heute gehört Chirotherapie in vielen Ländern der Welt zum festen Repertoire medizinischer bzw. Heilpraktischer Diagnose- und Behandlungsmethoden.


Was ist ein Chiropraktiker?

In Deutschland ist der Begriff "Chiropraktiker" nicht gesetzlich geschützt. Meist führen Heilpraktiker mit einer Zusatzausbildung in Chiropraktik diese Bezeichnung.

Mancherorts bieten auch sogenannte Chiropraktoren ihre Tätigkeit an. Diese haben (meist in den USA) ein mehrjähriges Hochschulstudium mit anschließender Praxisphase lặng Bereich Chiropraktik absolviert. In Deutschland gibt es für diesen Beruf aber keine gesetzliche Grundlage, sodass Chiropraktoren hierzulande nur als Heilpraktiker firmieren können.

Auch Ärzte dürfen in Deutschland chirotherapeutische Behandlungen anbieten, und zwar dann, wenn sie eine Zusatzausbildung in "Manueller Medizin" absolviert haben. Sie dürfen sich dann Chirotherapeuten nennen. Die Zusatzausbildung wird in Deutschland (und einigen anderen Ländern wie Österreich und Schweiz) von anerkannten Fachgesellschaften angeboten. Sie schließt mit einer Prüfung vor der Ärztekammer ab.

In Österreich dürfen nur Ärzte und Physiotherapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung als Chiropraktiker arbeiten.

In der Schweiz lautet die korrekte Berufsbezeichnung für den Chiropraktiker "Chiropraktor". Es handelt sich um einen Medizinalberuf (wie Arzt oder Apotheker), der ein mehrjähriges Hochschulstudium voraussetzt. In der Schweiz ist dies das Studium der Chiropraktischen Medizin, das in den ersten vier Jahren dem Studium der Humanmedizin entspricht und sich lặng 5. Und 6. Jahr auf chiropraktische Inhalte fokussiert. Nach einer anschließenden dreijährigen Weiterbildung darf man selbstständig als Chiropraktor arbeiten.

Unterschied zwischen Physiotherapie und Chiropraktik

Die Physiotherapie umfasst ein breites Spektrum von aktiven und passiven Therapieverfahren wie Bewegungstherapie, Elektrotherapie, Hydrotherapie - und Manuelle Medizin (Manuelle Therapie). Auch die Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode. Tatsächlich werden die Begriffe "manuelle Medizin"; "Chiropraktik" und "Chirotherapie" oftmals sogar synonym verwendet - es herrscht oft Verwirrung rund um diese Begrifflichkeiten.


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Unterschied zwischen Osteopath und Chiropraktiker

Osteopathie und Chiropraktik ähneln sich in einigen Aspekten - es handelt sich in beiden Fällen um eine manuelle Methode aus der Alternativmedizin. Allerdings gibt es Unterschiede lặng zugrundeliegenden Denkansatz:

Die Osteopathie geht von der Überzeugung aus, dass alle Strukturen des Körpers miteinander zusammenhängen. Dementsprechend können Symptome an Stellen auftreten, die von der eigentlichen Ursache weit entfernt liegen. Die Lösung liegt Osteopathen zufolge in einer ganzheitlichen Diagnose und Behandlung unter besonderer Berücksichtigung der Faszien als Element, das alle Körperbereiche miteinander verbinden. Benutzt werden dafür ausschließlich die Hände (manuelle Therapie). Ziel der Behandlung ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

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Die Chiropraktik dagegen führt - wie eingangs beschrieben - die meisten körperliche Beschwerden auf Subluxationen wie Wirbelgelenkblockaden zurück, welche die Signalübermittlung über Nervenbahnen stören.