Frau oder Mann – in vielen Köpfen gibt es nur diese beiden Möglichkeiten. Aber in der Wirklichkeit finden sich viel mehr Geschlechter und Identitäten! Es gibt etwa Menschen, die sich nicht (nur) als weiblich oder männlich definieren. Das heißt dann nicht-binär*, non-binary oder auch genderqueer. Und unter diesem Sammelbegriff finden sich noch viele weitere Geschlechtsidentitäten und ganz persönliche Empfindungen.

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»Ich habe erst spät den richtigen Begriff für das gefunden, was ich schon lange fühle – ich bin non-binary und das zu wissen, macht es viel einfacher, Informationen zu finden. Aber vor allem andere Menschen wie mich, die mich verstehen.« Samira, 21 Jahre

Aus Schubladen ausbrechen: Wie es ist, nicht-binär* zu sein...

Manchmal kann es so wirken, als wäre die ganze Welt in Mädchen und Jungs, Frauen und Männer eingeteilt: Wenn du Kleidung kaufst, das Gruppenzimmer auf der Klassenfahrt wählst, in Formularen etwas ankreuzen sollst oder dir in Games deine Spielfigur aussuchst. Für viele Menschen sind diese alltäglichen Entscheidungen einfach. Aber was ist, wenn du dich gleichermaßen als Mann und Frau fühlst? Oder so gar nicht in eine dieser beiden Kategorien passt? Dann ist es gut möglich, dass du nicht-binär* bist – und du könntest vielleicht das Gefühl haben, dass die Welt nicht an dich und deine Bedürfnisse denkt…


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Vieles in unserem Alltag, in unserer Gesellschaft und in den Köpfen von Menschen ist noch ganz auf das »traditionelle« zweigeschlechtliche System eingestellt. Dabei wissen wir heute, dass es viel mehr soziale und auch biologische Geschlechter gibt. Und nicht alles ist dabei in Mann oder Frau einzuteilen. Trotzdem müssen sich nicht-binäre* Menschen häufig erklären, damit sie so wahrgenommen und angesprochen werden, wie sie sich fühlen –und nicht einfach von ihrem Gegenüber einem Geschlecht zugeordnet werden.

Was bedeutet nicht-binär*?

Ganz knapp: nicht-binäre* Menschen fühlen sich weder als Mann noch als Frau. Ihre Geschlechtsidentität kann männliche oder weibliche Anteile haben, irgendwo dazwischen liegen oder auch ganz außerhalb dieser Kategorien sein. Binär bedeutet in diesem Zusammenhang »zweiteilig« –und eine binäre Geschlechterordnung kennt dementsprechend auch nur zwei Geschlechter, in die vermeintlich alle Menschen eingeordnet werden können. Wer sich selbst nicht eindeutig in einem dieser beiden Geschlechter wiederfindet, ist »nicht-binär*«. Dafür werden aber auch andere Begriffe verwendet, etwa die englische Variante »non-binary« aber auch »genderqueer«.


Er oder Sie oder… wie spreche ich mit und über nicht-binäre Menschen?

Wenn manche Menschen sich gleichzeitig als männlich und weiblich definieren –oder nichts von beidem – dann hat das auch Auswirkungen auf ihre Ansprache. Wenn du über einen nicht-binären* Menschen sprichst, musst du früher oder später entscheiden, ob du über ihn oder über sie erzählst und ob er oder sie zum Beispiel eine tolle Ausstrahlung hat. Dabei kann man das Geschlecht niemandem ansehen –und falsch wahrgenommen und benannt zu werden, kann sehr verletzend sein. Selbst wenn du manchmal denkst, das Geschlecht einer Person wäre eindeutig: Das einzig richtige ist, einfach nachzufragen. Manche nicht-binären* Menschen möchten nur mit ihrem Namen angesprochen werden, für einige ist aber auch »er« oder »sie« gewünscht. Und es gibt auch viele andere Formen, etwa »X« oder »sier« oder das englische Wort »they«. Übrigens: Damit du gar nicht erst nachfragen musst, geben manche Menschen ihre Anrede direkt mit an, wenn sie sich vorstellen. Oder sie schreiben sie in ihr Social-Media-Profil oder hinter ihren Chatnamen. Und das können sich auch Cis*-, Trans*- und Inter*Menschen gerne angewöhnen –damit nicht-binäre Personen nicht die einzigen sind, die sich immer selbst erklären müssen und niemand mehr versehentlich verletzt wird.


Die Selbstbezeichnung nicht-binär* heißt also erst mal nur, dass sich eine Person nicht –oder nicht nur – als Mann oder Frau sieht. Sie ist ein Sammelbegriff, denn unter nicht-binären* Menschen gibt es noch viele andere Geschlechtsidentitäten. Manche Menschen bezeichnen sich etwa als genderfluid, wenn sich ihre Geschlechtsidentität zeitweise verändert oder wechselt. Andere fühlen sich gar keinem Geschlecht zugehörig und bezeichnen sich als agender. Und mit den Begriffen pangender oder polygender bringen Menschen zum Ausdruck, dass sie sich vielen oder allen Geschlechtern zugehörig fühlen. Aber das waren noch längst nicht alle Formen von nicht-binären* Identitäten. Du kannst also sehen, dass es in Sachen Geschlechtsidentität eine riesige Vielfalt und sehr persönliche Empfindungen gibt. Und deshalb wird mit dem Sternchen am Ende (*) auch verdeutlicht, dass noch mehr Menschen gemeint sind.

Übrigens: Nicht nur nicht-binäre* Menschen, sondern auch viele andere lehnen die binäre Geschlechterordnung ab. Und auch die Wissenschaft kennt heute viel mehr Geschlechter und Geschlechtsidentitäten als nur Frau und Mann.

Habe ich ein Recht auf mein eigenes Geschlecht?

Schon auf der Geburtsurkunde wird uns ein Geschlecht zugewiesen –aktuell sind die Möglichkeiten weiblich, männlich, divers oder gar kein Eintrag. Dass ihr Baby später vielleicht ein nicht-binärer* junger Mensch wird, können Eltern und Erziehungsberechtigte oft nicht ahnen –und so sind die meisten nicht-binären* Menschen in offiziellen Dokumenten entweder Frau und Mann.


»Es ist für mich super hilfreich, dass jetzt mehr über Identitäten gesprochen wird und ich nicht mehr so oft erklären muss, warum ich »they« bin und nicht »er« oder »sie«!« Esto, 23 Jahre

Ganz offiziell als nicht-binär* eingetragen zu sein und diese Geschlechtsidentität auch gegenüber dem Staat, den Behörden oder im Ausweis zu tragen, ist in Deutschland leider noch nicht möglich. Für nicht-binäre Menschen bleibt nur die Möglichkeit, ihren Geschlechtseintrag zu »divers« zu ändern oder ihn ganz zu streichen –und selbst das ist mit einem hohen Aufwand verbunden, denn das Anliegen muss mit ärztlichen Bescheinigungen vor Behörden oder sogar vor Gericht begründet werden. Manche Menschen fordern deshalb auch, dass der Staat gar nicht mehr nach Geschlechtern einteilen soll –diese Bewegung nennt sich Postgender.


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Doch auch wenn die rechtliche Anerkennung noch schwierig sein mag – ob oder welchen Geschlechtern du dich zuordnest, ist ganz allein deine Sache! Und du bist nicht allein mit deinem Gefühl! Lass dich dabei nicht verunsichern von den Vorurteilen anderer Menschen. Schon gar nicht, wenn dich jemand verändern möchte, etwa mit sogenannten Konversionsbehandlungen. Trau dich und genieße es, so zu sein, wie du dich fühlst! Denn in Sachen Geschlecht geht es ganz allein um dich und um dein Wohlbefinden.

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Ist nicht-binär* anders als andere Geschlechter?

Nein! Nicht-binäre* Menschen flirten, führen Beziehungen und haben Sex wie alle anderen auch. Und die eigene Geschlechtsidentität spielt dabei erstmal keine Rolle. Wenn, dann ist das Geschlecht des Gegenübers interessant – aber auch domain authority unterscheiden sich nicht-binäre* Menschen nicht von anderen: Sie können hetero- oder homo-, bi- oder pan- oder auch asexuell sein. Und wenn du selbst nicht-binär* bist, muss dir das auf keinen Fall unangenehm sein –ganz im Gegenteil, denn Vielfalt macht das fkhorizont-turnovo.com erst richtig spannend! Sammle deine eigenen Erfahrungen und liebe, wen du willst! Dabei ist es immer hilfreich, möglichst offen mit deinen (Sex-)Partnerinnen oder (Sex-)Partnern zu sprechen – über eure individuellen Besonderheiten, Erwartungen und Wünsche. Und wenn ihr schon bei den intimsten Themen seid, dann klärt doch auch gleich, wie ihr euch vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen wollt –denn auch für STI spielt das Geschlecht keine Rolle.