Als Romantik wird eine Epoche der Kunstgeschichte bezeichnet, deren Ausprägungen sich sowohl in der Literatur, Musik und Kunst als auch in der Philosophie niederschlugen. Die Epoche der Romantik lässt sich vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19. Jahrhundert verorten, wobei die literarische Romantik in etwa auf die Jahre 1795 bis 1848 datiert wird und demnach zwischen Klassik, Sturm und Drang, Empfindsamkeit, Aufklärung und Biedermeier, Vormärz und Realismus steht. Die Epoche wird in Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848) unterschieden. Die zentralen Motive der Romantik sind das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollten und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richteten. Wesentliche Vertreter sind E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck, Bettina von Arnim, die Brüder Grimm, Novalis und Clemens Brentano.

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Inhaltsverzeichnis1 Begriff2 Merkmale der Romantik3 Historischer Hintergrund der Epoche4 Zentren der Romantik4.1 Jenaer Romantik (Frühromantik)4.2 Heidelberger Romantik (Hochromantik)4.3 Berliner Romantik (Spätromantik)5 Romantik in der Literatur5.1 Epik der Romantik5.1.1 Schwarze Romantik5.2 Dramatik der Romantik5.3 Lyrik der Romantik6 Vertreter und Werke (Literatur)7 Romantik in der Malerei8 Vertreter und Werke (Malerei)9 Romantik in der Musik10 Komponisten romantischer Musik (Vertreter)

Begriff

Der Begriff meinte ursprünglich, dass Etwas wunderbar, abenteuerlich, erfunden sowie fantastisch war und geht auf die altfranzösischen Wörter romanz, roman und romant zurück, die allesamt Werke und Schriften bezeichnen, die in der Sprache des Volkes verfasst wurden. Ist ein Text romantisch, dann ist er sinnlich, abenteuerlich, schaurig, fantastisch und wunderbar, gibt sich der Natur hin, überwindet die Grenzen des Verstandes und stellt das Unterbewusste sowie Traumhafte in den absoluten Vordergrund.Das Nomen Romantik verwendete als Erster Novalis, ein deutscher Schriftsteller und auch Philosoph der Frühromantik. Novalis bezeichnete mit dem Begriff eigentlich die Lehre vom Roman und nutzte das Wort nicht in erster Linie zur Bezeichnung der gesamten Epoche, wie er heutzutage gebraucht wird.Der Roman leitet sich, wie auch die Epoche, vom gleichen Begriff ab: nämlich von der lingua romana. Diese bezeichnet eben nicht die lateinische Sprache, die lingua latina genannt wurde, sondern meint die romanischen Sprachen, wie beispielsweise Französisch oder Spanisch. Wesentlich ist hierbei, dass die Romantiker sich vor allem mit der Geschichte und Sprache ihres eigenen Volkes befassten und von der Antike abwandten, weshalb Märchen, Sagen sowie Mythen populäre Textsorten waren, aber natürlich auch der Roman als volkssprachliche literarische Gattung durchaus positiv bewertet wurde.Die Gattungsbezeichnung wurde allerdings erst yên ổn Nachhinein geprägt. Noch Heinrich Heine – welcher selbst als letzter Dichter der Romantik gilt – fasste die Epochen der Weimarer Klassik und der Romantik als sogenannte Kunstperiode zusammen und verwies darauf, dass sich mit Goethe und dessen Anhängern eine neue Vorstellung von Kunst anbahnte, die sich erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte.
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Merkmale der Romantik

Die Merkmale der Literaturepoche lassen sich nicht in jedem Fall eindeutig benennen. So gibt es klare Vorstellungen, die vor allem in der anfänglichen Strömung dominierten (Frühromantik) und in der Folge durch einzelne Vertreter erweitert wurden. Folglich zeigt die nachfolgende Übersicht der Merkmale einige allgemeingültige Aspekte, die aber in den einzelnen zeitlichen Abschnitten nicht in jedem Fall auszumachen sind, aber das allgemeine Verständnis der Epoche illustrieren.
Übersicht: Merkmale der Romantik im ÜberblickDie Gesellschaft des 18. Jahrhunderts galt allgemein als wissenschaftlich sowie aufstrebend, was hier vor allem durch die beginnende Industrialisierung deutlich wird. Die Gesellschaft wurde zunehmend technischer, fortschrittlicher und wissenschaftlicher. Immer mehr Rätsel und Mythen konnten wissenschaftlich erklärt und naturwissenschaftlich begründet werden.Diese Entwicklung war den Romantikern zuwider. Sie stellten sich gegen das Streben nach immer mehr Gewinn, Fortschritt und das Nützlichkeitsdenken, das versuchte, alles zu verwerten. Yên Vordergrund stand folglich der Wunsch nach dem Geheimnisvollen und einer mythischen Welt, die das Träumerische und Unerklärliche beinhaltete. Demzufolge waren sämtliche Themen, die unerklärlich und wunderbar waren, besonders reizvoll, weshalb in der Romantik auch die wilde und ungebändigte Natur als wesentlich galt.Als wesentliches Merkmal der Epoche gilt also die Abwendung von der kapitalistischen und gewinnorientierten Arbeitswelt, die den Menschen vor allem aufgrund seiner Nützlichkeit bewertete. Dabei wandten sich die Romantiker gegen das Etablierte, das Großbürgertum und Vernünftige, wobei vor allem die Spießbürger verspottet wurden, die als kleinlich und engstirnig galten. Dieses Merkmal ähnelt grundsätzlich dem Sturm und Drang.Die Romantiker priesen folglich das Mythische und Märchenhafte und lobten deshalb vor allem das Mittelalter als ideales Zeitalter der Geschichte, domain authority in dieser Zeit alle Menschen yên ổn mythischen christlichen Glauben vereint wurden und darüber hinaus das germanische Kulturgut präsent war, das das Leben durch den Mythos und Sagen – aber eben nicht durch die Wissenschaft und den Fortschritt – begründete. Das Traumhafte, die Fantasie sowie die dunklen Bereiche der Seele galten demzufolge als unerschöpflich und unermesslich.Aus diesem Grund können einige der wesentlichen Ansichten der Romantiker aber auch als rückwärtsgewandt gelten: immerhin wendeten sie sich von der Gegenwart ab und priesen das Zurückliegende, das nicht alles begründete, sondern sich durch Märchen, Mythen, Legenden und Sagen erklärte. Somit war die Romantik in ihren Grundsätzen einerseits fortschrittlich, weil sie die allgegenwärtige Industrialisierung sowie das Streben nach Verwertbarkeit und Nützlichkeit hinterfragte, kann aber andererseits auch rückschrittlich erscheinen, domain authority das Mittelalter als ideale Zeit und die mythische Religion gefeiert wurde.Folglich begeisterte man sich für sämtliche Erscheinungen des eigenen Volksguts, wie etwa Märchen (bspw. Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm) und Volkslieder (bspw. Die Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn von Clemens Brentano und Achim von Arnim) oder eben Sagen und Legenden aus dem eigenen Kulturkreis. In Deutschland schlug diese Begeisterung im Laufe der Zeit teils in einen aufgeladenen nationalen Vaterlandkult um.Das Dunkle der Seele, Mystische sowie Unergründbare galt den Romantikern hierbei als unerschöpflich, wohingegen die Wirklichkeit als begrenzt wahrgenommen wurde. Dieses Unerschöpfliche benannten die Romantiker mit dem Begriff Poesie. Diese sogenannte Universalpoesie sollte die Grenzen der Gattungen verschmelzen: Ziel war es, Philosophie, Poesie, Genialität, Prosa und Kritik miteinander zu verbinden. Die Universalpoesie galt als eine unerschöpfliche Kraft, die in jener Zeit nur noch in wenigen Dingen ihren Ausdruck fand (bspw. In der Liebe und in Kindern) und von aufklärerischen und modernen Ideen verdrängt wurde, wobei sie yên ổn Mittelalter – so die Romantiker – noch allgegenwärtig war.Exkurs: Der Begriff Universalpoesie, wie er von Novalis und Schlegel entwickelt wurde, meinte hierbei stets die Verbindung der literarischen Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik) sowie die Verbindung dieser Gattungen mit Philosophie, Kritik und Rhetorik und demnach die Verbindung aus Kunst und Wissenschaft. Eine solche Universalpoesie sollte sämtliche Sinne ansprechen und so versuchen, Traum und Wirklichkeit, Poesie und das wahre Leben miteinander in Wechselbezug zu bringen. Die Dichtung selbst wurde vor allem mit dem Begriff der Kunstpoesie bezeichnet: diese sollte die Welt der Poesie für den Leser zugänglich machen, weshalb der Dichter selbst als eine Art Priester ebendieser Kraft galt, der sie durch die Dichtung vermitteln konnte. Die Poesie des Volkes wurde als Naturpoesie bezeichnet.Die romantische Poesie wurde von Friedrich Schlegel als eine progressive Universalpoesie beschrieben. Progressiv bedeutet, dass etwas fortschrittlich ist, sich immerzu erweitert und niemals abgeschlossen ist. Die Poesie der Romantik war also häufig unvollendet, weshalb das Fragment eine wichtige literarische Gattung darstellte, die eben die Poesie (Text in Versen), die Genialität (der Künstler selbst), die Kritik (das Publikum) sowie Prosa (Sprache des Alltags) und Philosophie und Wissenschaft miteinander verbinden sollte.Als Ausdrucksform, die ebendiese Forderungen erfüllen konnte, die Einheit von Lyrischem, Dramatischem und Epischem zu schaffen, galt die Lyrik, wobei auch der Roman als wichtige Gattung wahrgenommen wurde, da sich dieser anbot, die verschiedenen literarischen Gattungen miteinander zu verbinden, weil er einem großen Gestaltungsspielraum bot. Beliebt waren in der Epoche außerdem Novellen sowie (Kunst-)Märchen.In der Literatur dominierten dabei häufig Schwellenmotive, also Motive, die eine Grenze zwischen der Wirklichkeit und dem Traumhaften markierten, wie etwa die Dämmerung, Mondschein, Zwielicht oder auch der Blick aus dem Fenster oder in die Ferne, der zumeist von einer ungeheuren Sehnsucht des lyrischen Ichs / Protagonisten getragen wurde. Weitere Motive, die ebendiesen Übergang zeigen, sind beispielsweise Träume, Jahreszeiten, das Unterbewusstsein oder auch Fabelwesen und Sagengestalten.Ein zentrales Motiv in der Kunst, welches sich durch sämtliche Gattungen zog, war die Blaue Blume. Novalis war es, der dieses Motiv als Erster in seinem Romanfragment Heinrich von Ofterdingen nutzte, wobei sein Protagonist Heinrich sich kurz vor dem Einschlafen danach sehnt, die Blaue Blume zu sehen. Diese Blaue Blume taucht in der Folge in zahlreichen Werken auf und ist ein Symbol der Sehnsucht, der Ferne sowie der Liebe und findet sich in zahlreichen Werken der romantischen Literatur, Malerei und der Musik.Ein weiteres Merkmal der romantischen Dichtung ist die sogenannte romantische Ironie. Dieser Begriff geht – ebenso wie der der Universalpoesie – auf Friedrich Schlegel zurück, wobei dieser seinen theoretischen Ansatz teils recht schwammig formulierte, weshalb dieses Merkmale nicht in jedem Werk der Romantik auszumachen ist. Grundsätzlich geht es darum, so Schlegel, dass die Produktionsbedingungen von Kunst yên Kunstwerk selbst zu reflektieren seien. Das bedeutet, dass das romantische Kunstwerk sich lặng Werk selbst kritisieren soll (siehe Verbindung der Gattungen!) und auf sich selbst referenzieren muss.Konkret wäre dies beispielsweise der Fall, wenn der Protagonist eines Dramas, der sich in einer ausweglosen Situation befindet, verkünden würde:„Kein Held stirbt inmitten des zweiten Aktes!“. Das Werk würde demzufolge auf sich selbst verweisen und sich demnach selbst reflektieren, was Schlegel als romantische Ironie beschreibt. Dieses Merkmal findet sich etwa in Ludwig Tiecks Komödie Der gestiefelte Kater, wo zwei Figuren yên ổn dritten Akt über die Qualität der Komödie Der gestiefelte Kater streiten – dadurch enthält das Werk seine eigene Kritik, erkennt sich selbst als Werk, wodurch der Autor über dem Werk steht.

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Wichtig: Oftmals wird angenommen, dass sich die Romantiker gegen den Verstand und die Wissenschaft im Allgemeinen wendeten. Das ist allerdings nicht korrekt. Vielmehr ging es darum, die Grenzen des Verstandes zu erweitern und Angenommenes durch verborgene, mythische Aspekte zu erweitern, wobei Wissenschaft, Religion und Dichtung vereint werden sollten. Folglich wurde auch in der Romantik das Wissenschaftliche gefördert, wobei zahlreiche Theorien zur Sprache, Philosophie und Literatur entstanden.