I. Einführung und grundlegende begriffliche UnterscheidungenII. Zentrale DiskussionsfelderIII. Rechtliche RegelungenIV. Module


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Sterbehilfe

Stand: März 2022Ansprechpartnerin: 

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I. Einführung und grundlegende begriffliche Unterscheidungen

Mit Sterbehilfe kann zum einen "Hilfe im Sterben", d. h. "Sterbebeistand" oder "Sterbebegleitung" gemeint sein. Sterbehilfe (siehe Modul Sterbehilfe und Euthanasie) in diesem Sinne besteht in der Unterstützung Sterbender durch Pflege, schmerzlindernde Behandlung sowie menschliche Zuwendung und ist als dringendes Erfordernis yên ổn Umgang mit Sterbenden unumstritten. Zum anderen kann mit Sterbehilfe aber auch "Hilfe zum Sterben" gemeint sein. Sterbehilfe meint dann das Töten oder Sterbenlassen eines sterbenden, schwer kranken oder leidenden Menschen aufgrund seines eigenen, ausdrücklichen oder mutmaßlichen Verlangens oder Interesses.

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Die Frage nach einer "Hilfe zum Sterben" wird mit Blick auf unterschiedliche Situationen diskutiert. In dieser Diskussion werden häufig vier Formen von Sterbehilfe lặng Sinne einer "Hilfe zum Sterben" unterschieden:

"Sterbenlassen" / "Passive Sterbehilfe": Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen (unter Beibehaltung von "Grundpflege" und schmerzlindernder Behandlung),"Indirekte Sterbehilfe" / "Indirekte aktive Sterbehilfe": Schmerzlindernde Behandlung unter Inkaufnahme eines (nicht intendierten) Lebensverkürzungsrisikos, "Beihilfe zur Selbsttötung" / "Freitodbegleitung" / "Assistierter Suizid": Hilfeleistung zur Selbsttötung z.B. Durch Beschaffung und Bereitstellung des tödlichen Medikaments,"Aktive Sterbehilfe" / "Direkte aktive Sterbehilfe" / "Tötung auf Verlangen": Absichtliche und aktive Beschleunigung oder Herbeiführung des Todeseintritts: yên Gegensatz zur indirekten Sterbehilfe ist der Tod nicht nur in Kauf genommen, sondern beabsichtigt. Lặng Gegensatz zur Beihilfe zur Selbsttötung liegt die letztentscheidende Tatherrschaft nicht bei Betroffenen selbst, sondern bei Dritten.

Das Bedeutungsspektrum des Begriffs Sterbehilfe ist weit. Es umfasst Sterbende, schwer oder unheilbar (körperlich oder seelisch) Erkrankte, die unerträglich leiden oder die yên ổn Weiterleben keinen Sinn mehr sehen und die deshalb den dringenden Wunsch nach "Erlösung" durch Sterbehilfe äußern. Genau so schließt es dauerhaft bewusstlose oder bereits in der Endphase ihrer Erkrankung bewusstseinsgetrübte Patientinnen und Patienten ein, die sich nicht mehr selbst zu einem "medizin-technisch" möglichen, aber therapeutisch fragwürdigen Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen bzw. Deren Abbruch äußern können. Es reicht bis hin zu noch nicht äußerungsfähigen, schwerst geschädigten Neugeborenen, deren Lebenserwartung sehr gering ist oder deren Leben mit großen Qualen verbunden sein wird.

Jedoch werden nicht alle Formen des "Sterbenlassens" unter den Stichworten "Sterbehilfe" oder "Euthanasie" zusammengefasst. Jeder therapeutische, palliative (d.h. Schmerzlindernde) oder lebensverlängernde Eingriff bedarf der Zustimmung der zu behandelnden Person. Will diese einen Eingriff nicht und führt die Unterlassung zu ihrem frühzeitigen Tod, so muss nach weitverbreiteter Auffassung dem jeweiligen "Recht auf einen natürlichen Tod" Rechnung getragen werden.

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Aus medizinethischer Sicht gibt es zwar eine grundsätzliche Verpflichtung der Ärztin bzw. Des Arztes Leben zu erhalten, aber nicht unter allen Umständen; darüber hinaus können lebensverlängernde Maßnahmen dann nicht verpflichtend sein, wenn sie ineffektiv sind, wenn ihre Wirksamkeit zweifelhaft ist oder wenn sie für Betroffene ein unverhältnismäßig großes Leiden verursachen. Hier wird sowohl aus medizinischer als auch aus moralischer Sicht die Unterscheidung zwischen der Verwendung von gewöhnlichen und außergewöhnlichen Behandlungsmitteln (siehe Modul Gewöhnliche und außergewöhnliche Behandlungsmittel) diskutiert.