Eine wilde Verfolgungsjagd spielt sich auf der Straße ab. Autos rasen über die Kreuzungen, Reifen quietschen. Das Publikum ist aufgeregt. Obwohl die spannende Fahrt nicht echt ist. Es ist ein Film. Er wurde mit Kameras gedreht, vor denen Schauspieler stehen. Doch das Sagen hat ein anderer: der Regisseur (gesprochen: reschisör).

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Der Regisseur regiert


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Pascal Plisson (Foto: dpa)


Der Regisseur ist jemand, der für einen Film oder ein Theaterstück Regie führt. Regie ist französisch und kommt von regieren. Der Regisseur lenkt und leitet alles, was im Film oder auf der Bühne passieren soll.

Solch ein Regisseur ist zum Beispiel Pascal Plisson. Er dreht vor allem Dokumentarfilme. Das sind Filme, die nicht komplett ausgedacht sind. Sie sollen die Welt zeigen, wie sie wirklich ist. Gerade hat Plisson einen Film über vier Kinder gedreht, die ihre Träume verwirklichen wollen.

„Ein Regisseur ist ein bisschen wie ein Architekt, der ein Haus bauen will“, sagt er. „Man braucht viele Handwerker, die ganz unterschiedliche Sachen können. So ist das beim Film auch.“

Großes Team


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Kameramänner bei der Arbeit (Foto: dpa)


Der Regisseur braucht Mitarbeiter, die die Kameras bedienen. Leute, die sich um das Licht kümmern. Leute, die den Ton machen, die Kostüme, die Schminke. Und natürlich braucht der Regisseur Menschen vor der Kamera: die Schauspieler. Sie alle leitet der Regisseur an, damit sie seine Idee umsetzen – und zwar zu einem fertigen Film.

Davor: Planen

Doch für den Regisseur geht die Arbeit schon viel früher los. Als erstes benötigt er eine Geschichte, die er erzählen will. Und er muss eine genaue Idee haben, wie man diese mit Bildern und Geräuschen zeigen kann. „Wie genau diese Bilder aussehen sollen, muss man so gut wie möglich planen“, erklärt Pascal Plisson. Schließlich soll beim Filmdreh jeder genau wissen, was zu tun ist. Beim Dreh ist der Regisseur immer dabei. Er guckt zu und gibt Anweisungen. Er sagt Schauspielern zum Beispiel, wie sie sich bewegen oder ein Wort betonen sollen.

Danach: Schneiden


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Der Cutter setzt die Filmszenen neu zusammen. (Foto: dpa)


Wenn die Schauspieler fertig sind, ist der Film fertig? Noch lange nicht. Der Regisseur hat dann noch jede Menge zu tun. Denn mit den gedrehten Szenen geht es jetzt in den Schneideraum.

Dort arbeitet ein sogenannter Cutter (gesprochen: Katter). Das ist ein englisches Wort und bedeutet so viel wie Schneider. Früher hat der Cutter tatsächlich Filmbänder auseinander geschnitten und wieder zusammen geklebt. Inzwischen geschieht die Arbeit meist am Computer.

Ausmisten und puzzlen

Der Cutter und der Regisseur schauen sich alle Aufnahmen an. Oft ist das viel zu viel Material. Deshalb muss der Regisseur entscheiden: Welche Aufnahmen kommen in den Film hinein und welche nicht!

Die übrig gebliebenen Szenen müssen dann zusammengefügt werden. Und zwar in einer Reihenfolge, die der Zuschauer versteht. Man kann sich das wie ein riesiges Puzzle vorstellen. Jedes Teil muss an den richtigen Platz gesetzt werden, damit die Geschichte verständlich wird – und die Verfolgungsjagd erst richtig aufregend.

Wie wird man Regisseur?

Christian Pasquariello ist Regisseur und bringt Studenten an einer Filmhochschule viel über das Filmemachen bei. In solch einer Hochschule kann man das gesamte Handwerk rund um den Film lernen. Zum Beispiel wie man mit einer Kamera dreht. Was man bei den Bildern und den Tönen alles beachten muss. Wie man die Aufnahmen am Computer in einem fertigen Film verwandelt.

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„Zum Beruf des Regisseurs gehört aber noch mehr dazu“, sagt Christian Pasquariello. „Zum Beispiel, wie man richtig mit den Schauspielern arbeitet. Und ihnen zeigt, was sie vor der Kamera machen sollen.“

Die Leute, die an der Filmhochschule studieren, haben zuvor Abitur und ein Praktikum gemacht. Zum Beispiel bei einem Fernseh-Sender oder einer Firma, die Filme produziert. An einer Filmhochschule lassen sich die Studenten dann zum fertigen Regisseur ausbilden. Das dauert zwei bis vier Jahre.