Kleine Kügelchen, grosse Diskussion: Homöopathie ist eine der beliebtesten alternativen Heilmethoden. Wie sie wirkt – und warum sie umstritten ist.

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Begriff Homöopathie 

Ähnliches Leiden – so lässt sich der Begriff Homöopathie übersetzen. Und ausgedrückt ist damit einer der wichtigsten Grundsätze der gut 200 Jahre alten Heilmethode:


Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt (similia similibus curentur). Demnach kann eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen Beschwerden auslöst, einen kranken Menschen gesund machen. «Jemand, der Durchfall hat, bekommt ein homöopathisches Mittel, das bei Gesunden Durchfall auslösen würde», heisst es bei der Organisation Homöopathie Schweiz.
Die Behandlung sollte auf jeden Einzelnen zugeschnitten sein. Wichtig sind nicht nur die Symptome, sondern die Krankheitsgeschichte des Patienten, seine Verfassung, Lebensgewohnheiten, die Konstitution. Deshalb kann es sein, dass zum Beispiel Neurodermitis-Patienten mit ganz unterschiedlichen Mitteln behandelt werden. Das Ziel ist, nicht nur den Hautausschlag abheilen zu lassen, sondern die Fehlreaktion lặng Organismus zu korrigieren, damit er bei der nächsten Belastung nicht wieder mit Neurodermitis reagiert.

Wer Homöopathie sagt, denkt automatisch an Globuli. Auf die weissen Kügelchen aus Zucker oder dem Zuckeraustauschstoff Xylit sind die potenzierten Wirkstoffe aufgesprüht. Globuli sind die bekannteste und beliebteste homöopathische Darreichungsform. Daneben gibt es Tropfen aus Wasser und Alkohol (Dilutionen) oder Tabletten.


Globuli werden ironischerweise «Glaubuli» genannt. Was zeigt, dass Homöopathie umstritten ist. Bis heute, so lautet der Kritikpunkt aus Fachkreisen, ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Die Therapieeffekte seien mit jenen von Placebos vergleichbar. Ungeachtet dessen ist das Heilverfahren weltweit eine der beliebtesten komplementärmedizinischen Methoden. In Indien ist sie sogar der Schulmedizin gleichgestellt. Und auch bei Schweizerinnen und Schweizern steht sie hoch lặng Kurs.


Samuel Hahnemanns Denkmal steht im ostdeutschen Leipzig an bester Innenstadt-Lage. Wer daran vorbeispaziert, fragt sich: Was hat der noch gemacht? Auskunft gibt die goldene Schrift auf dem Marmorsockel: Der deutsche Arzt lebte von 1755 bis 1843, arbeite und lehrte zehn Jahre in Leipzig – und hat die Homöopathie begründet. Die Ähnlichkeitsregel testete er an sich selbst. Er hatte Chinarinde eingenommen und danach malariaähnliche Symptome entwickelt. Dieses erste homöopathische Mittel wird noch heute gegen körperliche Schwäche eingesetzt, beispielsweise nach starken Blutungen.

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Wer sich dafür interessiert, lässt sich am besten von einer Fachpersonen beraten – entweder Ärzte mit anerkannter Zusatzausbildung oder Naturheilpraktiker mit einer Ausbildung in Fachrichtung Homöopathie. Diese können einschätzen, bei welchen Krankheiten die Heilmethode in Fragen kommt und bei welchen nicht. Beatrice Soldat: «Bei schweren Krankheiten ist eine parallele schulmedizinische Begleitung und Behandlung unverzichtbar, damit die Einwicklung der Krankheit regelmässig kontrolliert werden kann.» Homöopathie funktioniere oft auch dann noch, wenn starke Medikamente notwendig sind und könne bei unheilbaren Krankheiten wieDiabetes II oder Querschnittslähmungen Begleitbeschwerden lindern. Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum setzt homöopathische Mittel gegen Harnwegsinfekte, Wundheilstörungen oder psychische Verstimmungen ein und hat damit nach eigenen Angaben gute Erfahrungen gemacht.