In der amerikanischen Kleinstadt Newfoundland kamen mehr als 200 Gläubige zusammen, um ihre Waffen segnen zu lassen. Derweil diskutiert Donald Trump hitzig mit Republikanern und Demokraten über neue Waffengesetze.


Eine Religionsgemeinschaft in den USA hielt einen Gottesdienst zu Ehren des Gewehrs AR-15. Die Gläubigen mussten gekrönt und bewaffnet in der Kirche erscheinen. Ihr spiritueller Führer verfolgt eine radikale Agenda.
Es sind bizarre Bilder, die in einer Kirche in Newfoundland, lặng amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania, aufgenommen wurden. Sie zeigen hunderte Gläubige mit Sturmgewehren, schwarz gekleidete Männer, die ihre AR-15 umklammern oder voller Stolz ihre Revolver präsentieren. Bewaffnete Pastoren und Frauen, die aus Gewehrpatronen gefertigte Kronen auf dem Kopf tragen. Sie feiern einen ganz speziellen Gottesdienst. Die AR-15-Messe.

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Ausgedacht hat sich die martialische Inszenierung ein Mann namens Moon Hyung-jin. Der 38-jährige Reverend ist der jüngste Sohn von Moon Sun-myung, dem yên heutigen Nordkorea geborenen und später in die USA emigirierten Gründer der berüchtigten Vereinigungskirche, auch bekannt als „Moon-Sekte“.

Die Bewegung machte durch ihre Massenheiraten von sich reden, bei denen Tausende Paare gleichzeitig den Trausegen empfingen. Moon junior studierte in Harvard Theologie und gründete später die „World Peace & Unification Sanctuary“-Kirche. Dort spendete er nun ausgerechnet jener Waffe den Segen, die bei zahlreichen Massenerschießungen in den USA benutzt wurde. So auch beim jüngsten Amoklauf an einer Schule in Parkland, Florida.


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Reverend Moon Yeon Ah Lee, sie ist die Frau von Moon Hyung-jin und damit ebenfalls eines der spirituellen Oberhäupter der Kirche. Sie kam nicht mit einer gewöhnlichen AR-15, sonder...n gleich mit einer vergoldeten Version
Die Messe sei schon lange vor dem Parkland-Attentat geplant gewesen, ließ die Kirche mitteilen. Die 17 Toten und zahlreichen Verletzten hielten sie aber dennoch nicht davon, das obszöne Schauspiel zu veranstalten. Eingeladen waren rund 250 Paare (und zwar nur heterosexuelle, wie es ausdrücklich hieß), die ein Sturmgewehr besaßen oder ein Pfand von 700 Dollar hinterlegten und versicherten, sich von dem Geld baldmöglichst eines zu kaufen. Zudem sollten die Gläubigen mit einer Krone als Zeichen ihrer Auserwähltheit erscheinen. Dass einige sich nicht an die Kleiderordnung hielten und stattdessen mit einer Kappe der amerikanischen Waffenlobby NRA kamen, störte niemanden.

Von Harvard ins rechte Hinterland

Die Veranstaltung zeigt auf groteske Art und Weise, wie sehr die Radikalisierung unter einem Teil von Amerikas Bürgern bereits fortgeschritten ist. Religionsstifter Moon Hyung-jin liefert Waffenfetischisten, Mitgliedern paramilitärischer Bürgerwehren und Anhängern der Neuen Rechten in den USA den spirituellen Überbau. Provokation gehört dazu. Eigentlich sollte Moon Hyung-jin nach dem Tod seines Vaters yên Jahr 2012 zum Führer der „Moon-Sekte“ werden, doch Streitigkeiten mit seiner Mutter führten dazu, dass Moon Hyung-jin seine eigene Kirche gründete.


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Die nennt sich zwar „World Peace and Unification Sanctuary“, hat sich offiziell also dem fkhorizont-turnovo.comfrieden verschrieben, doch wie sich dieser Frieden herstellen lässt, davon hat die Kirche ganz eigene Vorstellungen:„Souveränität bedeutet, dass wir yên Notfall in der Lage sind, uns gegen eine aggressive, satanische fkhorizont-turnovo.com zu verteidigen“, heißt es in der Einladung zu dem Waffen-Gottesdienst. Der Notfall ist für die Gläubigen allerdings nicht die Ausnahme, sondern Normalzustand. Sie glauben, dass die fkhorizont-turnovo.com yên ổn Chaos versinke und der einzige, der Ordnung in die ausweglose Lage bringen könne, ihr geistiger Führer, Reverend Moon Hyung-jin selbst sei.


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Vier Tage vor dem Waffen-Gottesdienst hatte die Gemeinde bereits ein "Präsident-Trump-Dankeschön-Dinner" abgehalten
Moon junior inszeniert sich als Prophet, von seinen Jüngern lässt er sich „Cheon Il Guk“ nennen, der Zweite König, der die Ankunft Gottes vorbereitet – und dazu braucht es Feuerkraft. Die AR-15 sei ein mächtiges „Zeichen für die Bereitschaft und Wachsamkeit, die göttliche Nation auf Erden zu beschützen“, so Moon. Er nennt das Sturmgewehr die „eiserne Faust Gottes“, in Anlehnung an Psalm 2, Vers 9 aus der Offenbarung des Johannes. Dort heißt es: „Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.“ Die „Töpfe“, also die Häretiker, haben für die fkhorizont-turnovo.comfriedler viele Gesichter. Laut des amerikanischen Sektenexperten Steve Hassan ist die Bewegung offen rassistisch, homophob und antisemitisch.

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Und der Götzendienst an der Waffe hat längst nicht nur nur religiöse Bedeutung. Für die Gläubigen ist die Bedrohung durch den Staat, durch Waffengegner und sonstige Andersdenkende real. „Selbstverteidigung ist für uns kein abstrakter Begriff, sie ist eine Notwendigkeit, wie es sich für eine souveräne Nation gehört“, lautet das Credo der Kirche.


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Die steht übrigens nicht nur geistig der Waffenindustrie nahe, sondern auch räumlich. So verlegte der ältere Bruder des Reverend, Moon Kook-jin, seine Waffenfirma „Kahr Arms“ vor Kurzem eigens ins Hinterland von Pennsylvania. Dass es den Moons ernst ist mit ihrer paramilitärischen Agenda, zeigt auch die „Peace Police Peace Militia“-Agenda, ein Trainingsprogramm, bei dem der Religionsgründer seine Anhänger höchstselbst in die Kunst der Martial Arts, des Umgangs mit einem Messer oder mit Sturmgewehren einweiht.