Unser Darm ist das Organ, das die größte Kontaktfläche zur Umwelt hat. Denn seine Oberfläche ist durch Falten und Einbuchtungen unvorstellbar groß. Wenn unser Verdauungsorgan krank wird, ist häufig der untere Teil, der Dickdarm, betroffen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen neben Krebs Entzündung lặng Darm, Verstopfung und Divertikulose.

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Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ähneln sich stark in ihren Krankheitsmerkmalen und werden daher unter dem Begriff chronisch entzündliche Darmerkrankungen zusammengefaßt. Colitis ulcerosa tritt etwas häufiger auf: Etwa 80 bis 150 von 100.000 Menschen leiden an Colitis ulcerosa, während rund 30 von 100.000 Personen an Morbus Crohn erkranken.

Der größte Teil der Colitis-ulcerosa-Kranken ist zwischen đôi mươi und 30 Jahren alt. Sie leiden an einer Entzündung der Darmschleimhaut (Darmmukosa), die yên ổn fortgeschrittenen Stadium die Schleimhaut weitgehend zerstören kann. Meist ist das Ende des Darms, das Rektum, befallen. Die Entzündung kann sich yên ổn Verlauf der Erkrankung auch auf weitere Teile des Dickdarms ausdehnen. Ist ausschließlich der Enddarm betroffen, wird die Erkrankung Proktitis ulcerosa genannt. Das Hauptkennzeichen von Colitis ulcerosa ist blutiger Durchfall. Häufig wird er von Koliken, Übelkeit, Fieber und Gewichtsverlust begleitet. Morbus Crohn entsteht in der Regel vor dem 35. Lebensjahr. Neben dem Dickdarm können bei dieser Erkrankung auch alle übrigen Teile des Magen-Darm-Traktes befallen sein. Am häufigsten sind jedoch der untere Teil des Dünndarms (Ileum) und der Dickdarm betroffen. Yên Gegensatz zur Colitis ulcerosa ist der Darm oft gleichzeitig an mehreren Stellen entzündet, so daß zwischen befallenen Arealen gesunde Abschnitte liegen können. Neben der Darmmukosa entzünden sich auch tiefer gelegene Schichten der Darmwand. Dadurch nimmt die Gefahr zu, daß Fisteln oder Abszesse entstehen. Bei Fisteln handelt es sich um röhrenförmige Gänge zwischen dem Darm und äußeren und inneren Körperoberflächen, die zu weiteren Entzündungen führen können. Abszesse sind mit Eiter gefüllte, neu gebildete Körperhohlräume. Morbus Crohn-Kranke werden vor allem von Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Durchfall, Fieber und unter Umständen Analfisteln geplagt. Gelegentlich findet sich auch hier Blut yên Stuhl.

Krankheitsverlauf: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Erkrankungen

Bei beiden Krankheiten kommt es zu akuten Schüben bzw. Rückfällen und Phasen der Besserung, Remission genannt, in denen der Darm völlig abheilen kann. Die langandauernden, schweren Entzündungen schädigen die Darmschleimhaut. Dadurch kann ihre Funktion, das heißt die Aufnahme von Nährstoffen gestört werden. Mangelerscheinungen sind die Folge. Bedingt durch den blutigen Durchfall kommt es vor allem zu einem Verlust des Spurenelements Eisen. Je nach Schwere der Entzündung kann sich eine Eisenarmut (Anämie) entwickeln. Gleichzeitig führt der Durchfall zu Wasser- und weiteren Nährstoffverlusten. So wurde bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein Mangel an Eiweiß und verschiedenen Vitaminen, z. B. Vi-ta-min A, C, D, Thi-amin und Folsäure, sowie an Spurenelementen wie Zink und Selen beobachtet. Die Entzündungen können sich auch auf andere Organe ausbreiten. Häufig sind Augen, Haut, Galle und Leber in Mitleidenschaft gezogen. Patienten, die schon lange an einer entzündlichen Darmerkrankung leiden, haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken - insbesondere bei Colitis ulcerosa. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist daher unbedingt erforderlich.

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Entstehung noch immer unklar

Zu den wichtigsten Diagnoseverfahren zählen die Darmspiegelung (Endoskopie), Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen (Sonographie). Bei der Endoskopie wird ein dünnes schlauchartiges Instrument in die entsprechenden Darmabschnitte eingeführt, mit dem die Darmwand beobachtet werden kann. Unterschieden wird zwischen einer Gastroskopie (Magenspiegelung) und einer Koloskopie (Dickdarmspiegelung). Auch die Entnahme kleiner Gewebeproben (Biopsie) hilft bei der Diagnose. Auf Röntgenaufnahmen erkennen Fachärzte vor allem Ausbuchtungen der Darmwand und gestörte Darmbewegungen. Die Ultraschalluntersuchung belastet yên Vergleich zu den anderen Methoden den Patienten am wenigsten. Daher wird sie in der Regel bei erstmaligem Verdacht auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung durchgeführt; sie reicht aber als alleinige Untersuchung nicht für eine eindeutige Diagnose aus.

Wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn entstehen, ist bis heute nicht geklärt. Verschiedene Ursachen bzw. Begünstigende Faktoren werden diskutiert (siehe Kasten). Bekannt ist bisher lediglich, daß diese Erkrankungen in manchen Familien gehäuft auftreten, was für eine genetische Veranlagung spricht. Die Hypothesen, daß ein erhöhter Konsum von Zucker bzw. Chemisch aufbereiteten Speisefetten (insbesondere Margarine) an der Entstehung von Morbus Crohn beteiligt ist, konnten bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Auch der Einfluß der Psyche ist strittig.